Wasserstoff-Erzeugung

Pyrolyse soll zur Bedarfsdeckung beitragen

5. Mai 2022, 14:23 Uhr | Kathrin Veigel
DVGW Pyrolyse
Beispielhafte Funktionsweise von Pyrolyse (vereinfacht)
© DVGW

Die Klimaschutzziele zu erreichen und zeitgleich vom Energieimport aus wenigen Bezugsländern unabhängig zu werden, gelingt nur, wenn die Erzeugung alternativer Energieträger ausgebaut wird. Insbesondere für Wasserstoff bieten Pyrolyse-Verfahren hierbei vielversprechende Chancen.

Mit innovativen Pyrolyse-Verfahren lässt sich sehr gut klimafreundlicher, sogenannter türkiser Wasserstoff aus Erdgas erzeugen. Die Pyrolyse-Technik ist erprobt und kann aktuell die noch begrenzten Elektrolyse-Kapazitäten auf sinnvolle Weise ergänzen. Insbesondere benötigt sie nur ein Fünftel des Stroms bei gleichem energetischem Output in Form von Wasserstoff.

»Wir müssen alle Optionen nutzen, um den Hochlauf klimafreundlichen Wasserstoffs in allen Bereichen zu forcieren. Der mittels Grünstrom per Elektrolyse hergestellte Wasserstoff ist zwar am klimafreundlichsten, ausreichende Mengen davon wird es aber erst in einigen Jahren geben. Der durch Pyrolyse erzeugte Wasserstoff kann zügig einen signifikanten Beitrag zur kurzfristigen Bedarfsdeckung leisten. Dieses Verfahren sollte daher in größerem Umfang als bislang zum Einsatz kommen und mit verbindlichen politischen Rahmenbedingungen flankiert werden«, fordert Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW).

Hinzu kommt: Bei der Nutzung von Biomethan als Ausgangsstoff wird über den gesamten Prozess hinweg der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid entzogen, und es entsteht eine negative CO2-Bilanz. Diese Klimagutschrift des aus Biomethan erzeugten Wasserstoffs ist so hoch, dass sie sogar ausreicht, die Emissionen der gleichen Menge Erdgas aufzuwiegen.

Mittels Elektrolyse erzeugter grüner Wasserstoff ist mit aktuell 14 Gramm CO2/kWh der klimafreundlichste gasförmige Energieträger. Türkiser Wasserstoff hat je nach Zusammensetzung des Gasgemischs einen CO2-Fußabdruck von 40 bis 53 Gramm/kWh. Er ist damit um ein Vielfaches kleiner als der von Erdgas und auch kleiner als der von blauem Wasserstoff. Bei der Pyrolyse wird Methan durch sehr hohe Temperaturen unter Sauerstoffabschluss in Wasserstoff und festen Kohlenstoff getrennt. Dieser lässt sich in Produktionsprozessen verwenden oder auch deponieren. Vor allem aber fällt kein Kohlendioxid in diesem Verfahren an. 

Die DVGW-Forschung befasst sich seit längerem intensiv mit der Wasserstofferzeugung durch Pyrolyse. Ausführliche Beiträge zu ihren Potenzialen und Anwendungsmöglichkeiten sind im neu erschienenen »DVGW energie|wasser-praxis kompakt« zu finden.


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