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Interview / wind-turbine.com: Online-Marktplatz für gebrauchte Windkraftanlagen

Windkraftanlagen werden oft durch effizientere Modelle ersetzt, obwohl sie technisch noch einwandfrei arbeiten. wind-turbine.com hat die Marktlücke erkannt und bietet einen Online-Gebrauchtmarkt für Windkraftanlagen an. Bernd Weidmann, Gründer und Geschäftsführer des Portals, über die Hintergründe.

Bernd Weidmann, wind-turbine.com: »Wir vermitteln wertige, konkrete und qualifizierte Anfragen, schaffen interessante Geschäftschancen für Käufer und Verkäufer sowie für Investoren und Anlagenbetreiber und verkürzen dank der Transparenz und der hohen Bildquelle: © wind-turbine.com

Bernd Weidmann, wind-turbine.com: »Wir vermitteln wertige, konkrete und qualifizierte Anfragen, schaffen interessante Geschäftschancen für Käufer und Verkäufer sowie für Investoren und Anlagenbetreiber und verkürzen dank der Transparenz und der hohen Nutzerfreundlichkeit des Portals die Vertriebswege.«

Ein Zweitmarkt für Windenergieanlagen - das hört sich zunächst einmal ungewöhnlich an. Wann haben Sie den Bedarf und das Potential für einen Online-Marktplatz für gebrauchte Windkraftanlagen erkannt? 
Bernd Weidmann: Der Gebrauchtmarkt hat vor fünf Jahren an Fahrt aufgenommen - das lag damals wie heute am Alter der Windkraftanlagen, denn in der Regel werden sie nach 20 Jahren aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt und müssen dann demontiert werden. Andere Anlagen werden allerdings schon früher im Rahmen des Repowerings ausgetauscht und landen so auf dem Zweitmarkt. Bevor es einen Online-Marktplatz für gebrauchte Windkraftanlagen gab, war der Markt gekennzeichnet von einem intransparenten Makler- und Zwischenhändlernetzwerk. Hier war es für Kaufinteressenten nahezu unmöglich, den wirklichen Verkäufer ausfindig zu machen, weil ein und dieselbe Anlage von mehreren Händlern gleichzeitig angeboten wurde. Auf wind-turbine.com können Anbieter und Kaufinteressenten hingegen direkt miteinander in Verbindung treten.

Welche Vorteile bietet ein Zweitmarkt für Windkraftanlagen, und welche Faktoren sind eher hinderlich?
Bernd Weidmann: In Deutschland installierte Windkraftanlagen sind in der Regel in einem guten technischen Zustand, dank regelmäßiger Wartung während ihrer Laufzeit. Daher können sie im Anschluss an einem anderen Ort noch für lange Zeit zuverlässig und wirtschaftlich betrieben werden. Natürlich sind auch die Anschaffungskosten für eine gebrauchte Windkraftanlage eine interessante Sache, denn diese liegen durchschnittlich bei zwischen 5 und 20 Prozent des Neupreises. Nach Meinung von Experten ist ein Betrieb von Windkraftanlagen von mehr als 20 Jahren problemlos möglich, sofern sie regelmäßig gewartet werden. Was eher hinderlich sein kann, ist die die fehlende Garantie von Seiten des Verkäufers. Die Angaben des Angebots sollten also genauestens unter die Lupe genommen werden. Hier können Gutachter und Sachverständige wertvolle Hilfestellung leisten. Die Kosten für Abbau, Transport und Wiedererrichtung werden zudem vom Käufer getragen.

Was macht den Gebrauchtmarkt für Windkraftanlagen für Betreiber und Käufer so spannend?
Bernd Weidmann: Entscheidet man sich für die Demontage einer Windkraftanlage oder eines ganzen Windparks, muss man sich keine Gedanken um den Verbleib der Anlagen machen und erzielt sogar noch einen attraktiven Preis auf dem Zweitmarkt. Eine Win-Win-Situation für Betreiber und Käufer gleichermaßen. Der Käufer profitiert von niedrigen Preisen, die angesichts fehlender Windkraft-Förderungen und -Vergütungen in vielen Ländern eine Chance bieten, auf günstige Art und Weise in Windenergie zu investieren. 

Welche Leistungsklasse wird auf dem Zweitmarkt am häufigsten nachgefragt?
Bernd Weidmann: In der ersten Zeit wurden auf wind-turbine.com vermehrt Anlagen mit 100 bis 300 kW Nennleistung gesucht. Zwar werden diese Modelle noch immer angefragt, allerdings sind es mittlerweile auch Anlagen mit einem oder zwei Megawatt Nennleistung. Grundsätzlich variieren die Anfragen und der Verwendungszweck für die Anlagen und somit auch die Leistungsklassen. 
     
Ist die Nachfrage nach gebrauchten Windenergieanlagen im In- oder im Ausland größer? 
Bernd Weidmann: Die meisten gebrauchten Windkraftanlagen gehen erwartungsgemäß ins Ausland, hier herrschen sehr gute Potenziale zur günstigen, nachhaltigen Stromerzeugung, zum Beispiel in den Bereichen Industrie und Landwirtschaft oder auch in abgelegenen Regionen sowie zum kommerziellen Betrieb. Allerdings melden sich auch einige Interessenten aus dem Inland. Generell ist der Markt aber international ausgerichtet und dies spiegelt sich auch in der Käuferstruktur wider. So haben wir viele Interessenten aus Russland und den GUS-Staaten, Osteuropa, der Türkei, den baltischen Staaten, Südamerika, Afrika und vielen anderen Staaten und Regionen der Welt. Die Anbieter von gebrauchten Anlagen stammen jedoch üblicherweise aus Deutschland, den Niederlanden und Dänemark.