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Windenergieanlagen vorausschauend fahren: Neues Kennzeichensystem erleichtert den Betrieb

Eine Kennzeichnungssystematik des europäischen Fachverbands für Strom- und Wärmeerzeugung (VGB) erleichtert den Betrieb und die Prüfung von Windenergieanlagen. Sie ermöglichte TÜV SÜD die Entwicklung einer App, sodass die Sachverständigen die WEA effizient mit Smartphone und Tablet prüfen können.

WEA-Wartung Bildquelle: © TÜV SÜD

Prüfung einer WEA mit der „Wind App“.

Davon profitieren vor allem Betriebsführer, die ein größeres Portfolio verwalten und Datenmengen automatisiert erzeugen. Denn mit Teil 32 des “Reference Designation System for Power Plants" (RDS-PP®) hat der VGB ein bewährtes System für die Anwendung auf Windenergieanlagen übertragen. Es vereinheitlicht die Bezeichnungen für die einzelnen Bauteile, Komponenten und Einbauorte. Gleichzeitig wird diesen ein eindeutiger Code zugeordnet.

Das Kürzel MDL 10 steht beispielsweise für das Azimut-Antriebssystem, auch Yaw-Antrieb genannt. Synonym verwendete Fachbegriffe waren bislang ein Hindernis für eine einheitliche und systematische Erfassung und Auswertung der Zustandsdaten.

In dem Auswahlregister ist mit der neuen Kennzeichnungssystematik die eindeutige Bauteilbezeichnung in der App von TÜV SÜD hinterlegt. Somit ist es unerheblich, ob der Sachverständige den Azimut-Motor oder den Yaw-Antrieb wählt, um einen Mangel zu dokumentieren. In der Datenbank wird lediglich der Code MDL10 hinterlegt, der das Bauteil zweifelsfrei lokalisiert.

Über weitere Eingaben werden die Komponentenebene sowie die Funktion des Bauteils genauer erfasst. Weist etwa das Getriebe ­- eine Komponente - des ersten Azimut-Antriebs - einem Bauteil - einen Mangel auf, wird der Code zu MDL10 MZ010-TL001 erweitert. Wie ein Barcode, der den Einkauf im Supermarkt erleichtert, vereinfacht die einheitliche Kennzeichnung die Zuordnung. Exakt definiertes Vokabular ist Voraussetzung für eine einheitliche Erfassung und standardisierte Auswertung der Daten.