Frost & Sullivan

Banken investieren in Offshore-Windenergie

29. Mai 2010, 13:41 Uhr   |  Heinz Arnold

Banken investieren in Offshore-Windenergie
© Haus der Technik

Der europäische Markt für Offshore-Windenergie wird in den kommenden Jahren kräftig wachsen.Investmentbanken steigen jetzt ein.

Weil die Branche einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der EU-Ziele für erneuerbare Energien bis 2020 leisten könnte, wird sie bereits mit öffentlichen Mitteln gefördert, und auch der Privatsektor signalisiert immer mehr Interesse. Während die installierte Kapazität wächst und der Marktanteil der Offshore-Windenergie steigt, erhöhen die Banken ihr Engagement in dieser Branche.


Deshalb geht Frost & Sullivan davon aus, dass die installierte Kapazität von Offshore-Windanlagen in Europa nach 1,3 GW (2008) bis 2015 auf 18,8 GW steigen wird. Das heißt auch, dass die Offshore-Windparks höhere Zuwächse verzeichnen dürften als die landbasierten Anlagen, die dennoch künftig den Löwenanteil des Gesamtmarktes für Windenergie ausmachen werden.


»Das Interesse des Bankensektors an der Offshore-Windindustrie hat vor allem im zweiten Halbjahr 2009 rapide zugenommen und wir gehen davon aus, dass dieser Trend weiterhin anhält«, sagt Gouri Kumar, Branchenanalyst bei Frost & Sullivan. »Dafür sind vor allem zwei Faktoren verantwortlich: zum einen die Größe, das Potenzial und die unbestreitbaren Chancen, die dieser Markt bietet, und zum anderen das bereits bestehende Engagement sowohl von Seiten der Regierungen als auch einzelner Investmentbanken, die im vergangenen Jahr bemüht waren, zumindest die wichtigsten Projekte zu retten.«


Dass die Banken in diesen Sektor investieren, ist ein relativ junges Phänomen. In der Vergangenheit herrschte nur vereinzelt Interesse, weil die Risiken im Vergleich zur reiferen Onshore-Windenergie erheblich höher waren. Dazu zählen beispielsweise der langwierige Zulassungsprozess, die schwierigen Installationsbedingungen, der höhere Projektaufwand sowie die komplizierte und teure Wartung und Instandhaltung. Allerdings tut sich laut Kumar hier einiges, weil Länder wie Großbritannien und Deutschland Bemühungen vorantreiben, die Kosten für Turbinentechnologie und verschiedene Komponenten zu reduzieren sowie bessere Installationsmethoden zu entwickeln.


Um das vergleichsweise hohe finanzielle Risiko einer Investition in Offshore-Windenergie zu splitten, hatten sich in der Vergangenheit oft mehrere Banken zusammengeschlossen, was meist in hoch komplexen Abkommen mündete. »Gleichzeitig blieb die Anzahl der involvierten Banken gering, weshalb die Branche insgesamt mit der Finanzierung von Offshore-Anlagen im Vergleich zu Onshore-Windparks immer noch sehr wenig Erfahrung hat«, so Kumar. Doch langsam zeige sich, dass die Risiken im Vergleich zu den Chancen, die dieser Markt bietet, an Bedeutung verlieren und dass die Investoren – an vorderster Front Investmentbanken – diese Risiken mit innovativen Konzepten und unkonventionellem Denken zu überwinden suchten.

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