Windenergie

Onshore-Windkraftbranche kann Bürger stärker mit einbeziehen

28. September 2015, 10:34 Uhr   |  Hagen Lang

Onshore-Windkraftbranche kann Bürger stärker mit einbeziehen
© Fotolia.com - Ingo Bartussek

Die Windenergiebranche setzt Maßnahmen zur besseren Information und Einbeziehung von Bürgern nicht immer gezielt um, so ein Ergebnis des EU-Forschungsprojektes »WISE Power« zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Onshore-Windenergie. Eine höhere Akzeptanz der Windkraft ließe sich durchaus herstellen, so die Forscher.

Das Projekt »WISE Power«, das im Rahmen des Intelligent Energy Europe Programms der EU vom Fraunhofer ISI, der Deutschen Energie-Agentur (dena) sowie weiteren europäischen Partnern durchgeführt wird, untersucht die gesellschaftliche Akzeptanz der Windenergie und entwickelt Strategien, die die Planungssicherheit für neue Windanlagen verbessern.

Die auf der HUSUM Wind wurde vom Fraunhofer ISI, der dena sowie dem Bundesverband Windenergie die bisherigen Ergebnisse präsentiert. Sie stützen sich auf die Auswertung von 40 Ratgebern und Handbüchern, 15 wissenschaftlichen Berichten und die Befragung von über 200 Experten aus 13 Ländern.

Eines der (vorläufigen) Ergebnisse ist, dass die Bürger-Information und –Konsultation früher beginnen und bei auftretenden Problemen aktiver betrieben werden sollte. Auch wenn solche Konsultationen bereits Bestandteil von Windkraft-Vorhaben sind, werden sie oft nicht systematisch umgesetzt, da umfangreiche parallele Anforderungen im Genehmigungsverfahren zu erfüllen sind.

Dr. Elisabeth Dütschke, Koordinatorin des Projektes "WISE Power" am Fraunhofer ISI erklärt: »Unser Workshop bestätigt die Ergebnisse unserer Befragung: Auf Projektebene bestehen oft Kapazitätsengpässe, es fehlt etwa an Personal für die Umsetzung von Kommunikations-Maßnahmen. Zudem führen aus Sicht der Windenergiebranche die sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen wie die Einführung eines Ausschreibungssystems für die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien zu großen Herausforderungen – die frühzeitige Aufnahme eines Diskussionsprozesses mit betroffenen Kommunen und Bürgern wird dadurch komplizierter.«

Die im Projekt entwickelten sozialen Akzeptanz-Strategien werden jetzt überprüft, weiterentwickelt und abschließend den wichtigen Windenergie-Akteuren zur Verfügung gestellt.

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Deutsche Energie-Agentur (dena), Fraunhofer IFF (Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung), Bundesverband WindEnergie e.V.