Neue Traversengeneration

Rotorblätter mit 50 Tonnen Blattgewicht einfach montieren

Ematec Rotorblatt Traverse
Ematec hat für Enercon die weltweit erste Rotorblatttraverse gebaut, die Blätter mit einem Gewicht von bis zu 50 Tonnen handhaben kann.
© Ematec

Der Spezialanbieter von Hebezeugen für die Windkraftbranche Ematec hat eine neue Rotorblatttraverse im Programm: Das Modell RBC-D 50 Greenline kann Rotorblätter mit einem Blattgewicht von bis zu 50 Tonnen aufnehmen. Die Besonderheit daran: Die RBC-D 50 wiegt selbst gerade einmal 27 Tonnen.

Als erster Windkraftanlagenhersteller profitiert Enercon von der neuen Traversengeneration des Allgäuer Hebezeugherstellers Ematec. Enercon nutzt die RBC-D42-Traversen und künftig weitere acht Modelle der neuen Generation RBC-D 50 vor allem für die Installation seiner neu entwickelten Anlagengeneration der EP5-Plattform. Ausschlaggebend für die Anschaffung des Equipments waren die Zeit- und Kostenvorteile, die sich mit Hilfe der Traverse erreichen lassen: So reduziert sich die Zeit für die Blattmontage pro Anlage um bis zu 60 Prozent.

Das Besondere an den RBC-D-Traversen ist, dass sie sich durch ihre adaptive Blattaufnahme individuell und schnell an jedes Rotorblatt anpassen können und sich dabei stets selbst austarieren. Sie können Blätter mit einer Länge zwischen 45 Metern und 110 Metern aufnehmen und bis zum Neigewinkel von ±30° stabilisieren, so dass unkontrollierte Bewegungen der Einheiten ausgeschlossen sind. Für ein sicheres Handling des Rotorblatts findet die RBC immer individuell den exakten Schwerpunkt. Zwei Gegengewichte an den beiden Traversenflügeln passen sich automatisch dem Schwerpunkt an – mit und ohne Rotorblatt.

Das D in RBC-D steht für Double und bedeutet, dass zusätzlich zum unteren auch der obere teleskopierbare Greifer mit vierzehn hydraulisch bewegten und kardanisch aufgehängten Griffpads ausgestattet ist. Zudem sind die Hydraulikzylinder der Greifer mit integrierten Sicherheitsventilen ausgestattet, die ein Herausrutschen des Rotorblattes unmöglich machen – selbst bei einer falschen Bedienung.

Mit einer Hanghöhe von circa 3,5 Metern erleichtert die RBC-Baureihe das Kranmanagement, gerade in Bezug auf die stetig steigenden Nabenhöhen der Windkraftanlagen. Auf der Baustelle sind die RBC-Traversen sehr schnell einsatzbereit, denn sie fahren automatisch in ihre Einsatzposition. Das Anschlagen am Rotorblatt erfolgt ebenfalls in nur kurzer Zeit. Nicht einmal 15 Minuten brauchen die RBC-Traversen für diese beiden Schritte.

Die Green-Line-Varianten der RBC-Traversen werden von Hochleistungs-Akkus angetrieben, die für eine Arbeitszeit von 16 Stunden bei einer Temperatur von bis zu -20 °C ausgelegt sind. Der Akku-Betrieb ist doppelt redundant ausgeführt. Mit der Ematec-Green-Line-Technologie umgehen Windkraftanlagenhersteller die verschärften Abgasvorschriften nach Euro-5-Norm und USA EPA Tier 4 final, die seit 1. Januar 2019 für Verbrennungsmotoren gelten. Zudem hat der Hersteller den elektrischen Motor bewusst unter 48 Volt gehalten, wodurch er auch in den USA problemlos einsetzbar ist und die Anforderungen der UL erfüllt.

Mit ihrer Transportgröße von circa 14 m x 3 m x 2,95 m und einem Eigengewicht von circa 27 Tonnen (RBC-D 50) können die Traversen in Deutschland mit einer Dauergenehmigung nach § 70 StVZO gefahren werden, so der Hersteller.

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