222 Meter Rotordurchmesser

Siemens Gamesa baut Rekordwindkraftanlage

20. Mai 2020, 13:45 Uhr   |  Hagen Lang

Siemens Gamesa baut Rekordwindkraftanlage
© Siemens Gamesa

Ein Rotordurchmesser von 130 m und eine Leistung von 3,3 MW befähigen die Onshore-WEA SWT-3.3-130 von Siemens Wind Power für Binnenstandorte mit mittlerem bis schwachem Wind.

Siemens Gamesa stellt 2021 den Prototypen einer 14+ MW Offshore-Turbine mit Direktantrieb und 222-Meter-Rotor fertig. Mit 108 Metern ist jedes „IntegralBlade“ Rotorblatt einer der SG 14-222 DD Offshore-Windturbinen so lang wie drei Space Shuttles. Der kommerzielle Marktstart ist für 2024 geplant.

Die Nennleistung von 14 MW soll per Power-Boost-Funktion 15 MW erreichen. Gegenwärtig beansprucht GE Renewable Energy mit ihrer Haliade-X 12 MW-Offshore-Windturbine den Status als stärkste Windkraftanlage der Welt, gefolgt von Siemens Gamesas SG 11.0-200 DD mit 11 MW und der MHI Vestas V164 mit 8-9,5 MW Leistung. Letztere verfügt sogar über einen eigenen Hubschrauberlandeplatz auf der Gondel. Die überstrichene Fläche der neuen Turbine entspricht mit 39.000 m2 ungefähr fünfeinhalb Fußballfeldern. 

Andreas Nauen, CEO der Offshore-Business Unit von Siemens Gamesa erklärt: „Wir waren 1991 bei der Schaffung der Offshore-Windindustrie beteiligt. Seither arbeiten wir entschlossen daran, die Leistung zu steigern, technologische Risiken zu minimieren und die Energiegestehungskosten konstant zu senken. Die SG 14-222 DD demonstriert unser Bestreben, eine Vorreiterrolle auf dem Weg zu einer von sauberer Energie angetriebenen Welt zu übernehmen.“  Eine Leistung von über 14 MW reicht theoretisch aus, um etwa 18.000 europäische Durchschnittshaushalte mit Elektrizität zu versorgen. Ungefähr 30 Offshore-Windturbinen vom Typ SG 14-222 DD könnten demnach bilanziell den jährlichen Stromverbrauch einer Großstadt wie Hannover decken.  

Die SG 14-222 kann im Vergleich zur bislang größten Siemens Gamesa Offshore-Windturbine SG 11.0-200 DD die Energieproduktion um etwa 25 Prozent steigern. Das Gewicht des Maschinenhauses wurde auf „nur“ 500 Tonnen reduziert, wodurch Siemens Gamesa eine im Vergleich zu einer schwereren Gondel optimierte Turm- und Fundamentunterkonstruktion nutzen kann, die sich in geringeren Kosten pro Turbine durch gesenkten Material- und Transportbedarf niederschlägt. Schlüsselkomponenten wie Sicherheitssysteme, Naben- und Turmkonzepte, Betriebs- und Wartungslösungen sowie eine qualifizierte Lieferkette bilden die Grundlage der neuen Offshore-Windenergieanlage. Siemens Gamesa meldet zur Zeit bestätigte Aufträge für weitere 1.000 Offshore-Turbinen mit Direktantrieb, wobei Installationen in traditionell starken Märkten wie UK, Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Belgien und Taiwan sowie in neuen Offshore-Märkten wie den USA und Frankreich geplant sind.

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