Bilderstrecke »Floatings«

Technik für Offshore Windparks 2.0

08. August 2016, 16:04 Uhr   |  Hagen Lang

Technik für Offshore Windparks 2.0
© DNV GL

Wassereinspritzung wird in der Enhanced Oil Recovery (EOR) verwendet um eine Ölquelle vollständig auszubeuten.

Je weiter auf See, desto stärker weht der Wind. Unter Leitung von DNV GL (Det Norske Veritas/Germanischer Lloyd) wollen 13 Unternehmen der Wind-, Öl- und Gasindustrie die Entwicklung schwimmender Windkraftanlagen voran bringen. Unsere Bilderstrecke zeigt die Anfänge der Floating-Technologie.

Bilderstrecke »floatende« Offshore Windparks zum Durchklicken!

Hywind Karmøy Rogaland
Hywind
SWT-2.3-82

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Auf Fundamenten lassen sich Windkraftanlagen im Meer nur bis zu einer Wassertiefe von etwa 50 Metern errichten. Aber: »Der Energieertrag einer Offshore-Anlage ist umso höher, je weiter sie sich auf dem offenen Meer befindet, da hier der Wind noch stärker weht als in Küstennähe«, sagt Jan Rispens, Geschäftsführer des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH-Cluster).

Damit diese ergiebige Energiequelle nicht ungenutzt bleibt, haben unter Leitung des DNV-GL 13 Unternehmen ein »Joint Industry Project« zur Validierung, Standardisierung und Weiterentwicklung der Floating-Windkrafttechnik gebildet.

Für Floatings sprechen neben dem höheren Energieertrag die recht einfache Installation mit Schlepperschiffen. Teure Errichterschiffe sind nicht mehr nötig. »Die Entwicklung von schwimmenden Windenergieanlagen befindet sich aktuell noch in der Anfangsphase«, sagt Rispens. »Die meisten bisher gebauten Floating-Anlagen sind Prototypen und werden überwiegend zu Erprobungszwecken genutzt.« Der Pionier der Branche ist der norwegische Erdölkonzern Statoil, der seit 2009 im Åmøy-Fjord in der Nähe von Stavanger eine schwimmende Windenergieanlage betreibt.

Vor Schottland will der Konzern bis 2017 die 215 Millionen teure schwimmende Windfarm »Hywind Scotland« mit sechs Windenergieanlagen bauen. Die Windturbinen hierfür (fünf 6-MW-Aggregate) liefert Siemens. In Portugal errichtet ein Konsortium rund um das Unternehmen EDPR bis 2018 das Floating-Testfeld »WindFloat Atlantic Project« mit vier Anlagen. Weitere Testanlagen unterschiedlicher Größe existieren vor Japan. Ist das schottische Pilotprojekt erfolgreich, denkt Statoil über die Errichtung weiterer Anlagen nach.

»Um die Technik des Floatings weiter voranzubringen, müssen Experten aus den verschiedensten Bereichen ihre Köpfe zusammenstecken und ihr Knowhow teilen«, sagt Jan Rispens. Derzeit sind ihre Baukosten etwa wegen des verwendeten teuren Stahls noch sehr hoch. »Ideal wären technische Lösungen aus Beton, da dieses Material kostengünstiger ist – so könnten Floatings bei gleichbleibender Effizienz wirtschaftlicher gemacht werden«, erklärt der EEHH-Geschäftsführer.

Bilder der bisherigen Entwicklungen der Floatings, von der Pionieranlage in Norwegen bis zu den möglichen unterschiedlichen Auftriebstechniken und weiter Informationen finden Sie in unserer Bildergalerie.

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