Onshore- und Offshore-Windenergie stehen sich nicht entgegen, sondern ergänzen sich

Windenergie: zu Lande oder zu Wasser?

23. Februar 2012, 11:19 Uhr | Andreas Knoll
Schmuckbild Windenergie onshore und offshore
Onshore oder Offshore? Die beiden Techniken stehen sich nicht entgegen, sondern ergänzen sich
© © Nordex SE (li.) und BWE / Christian Hinsch (re.)

Onshore oder offshore: Welche Art von Windenergie-Erzeugung sinnvoller ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Beide Techniken haben ihre Berechtigung, aber auch ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Entscheidend sind also der politische Blickwinkel und eventuell die wirtschaftliche Interessenlage.

Auch wenn die Windenergieanlagen (WEA) auf den ersten Blick gleich aussehen: Onshore- und Offshore-Windenergie sind zwei recht unterschiedliche Märkte. Während die Onshore-Windenergie in Deutschland schon seit gut 20 Jahren kommerziell genutzt wird, hat die Offshore-Windenergie eben erst die Startlöcher verlassen – der erste deutsche Offshore-Windpark »alpha ventus« ging 2009 in der Nordsee in Betrieb. Entsprechend unterschiedlich sind auch die installierten Onshore- und Offshore-Leistungen: Nach aktuellen Erhebungen des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) waren hierzulande Ende 2011 insgesamt 29.075 MW WEA-Leistung (22.297 WEA) am Netz, davon 200,3 MW (52 WEA) offshore. Neu installiert wurden im Jahr 2011 insgesamt 2007,42 MW (895 WEA), davon 30,0 MW (6 WEA) offshore. Ans Netz angeschlossen wurden 2011 insgesamt 108,3 MW Offshore-Windleistung (33 WEA), wobei in dieser Zahl auch 2010 errichtete WEA enthalten sind.

Thorsten Herdan, VDMA
Thorsten Herdan, VDMA: »Für die deutsche Windindustrie insgesamt bieten Onshore und Offshore auf absehbare Zeit ähnliche Umsatzpotentiale.«
© VDMA

In der öffentlichen Debatte über das Für und Wider von Onshore- und Offshore-Windenergie werden hauptsächlich folgende Argumente ins Feld geführt: Onshore-Windenergie verursacht niedrigere Investitionskosten; sie ermöglicht dezentrale Stromerzeugungs-Strukturen und benötigt daher weniger Netzausbau. Allerdings bringt sie geringeren Stromertrag, der zudem größeren Schwankungen unterworfen ist, und wird gerade in Deutschland häufig von Bürgerprotesten gebremst. Demgegenüber verschafft Offshore-Windenergie höheren und stetigeren Stromertrag und wird kaum von Bürgerprotesten blockiert, erfordert aber höhere Investitionskosten pro Anlage und generell mehr Netzausbau; außerdem fördert sie eine Zentralisierung der Stromerzeugungs-Strukturen.


  1. Windenergie: zu Lande oder zu Wasser?
  2. Onshore und Offshore: Pro und Contra
  3. Investitionskosten onshore und offshore
  4. Netzanschlusskosten onshore und offshore
  5. Künftige Wachstumschancen von Onshore und Offshore

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