Funkverträgliche Siemens-Windturbinen

Windpark trotz Flugsicherung

31. August 2015, 16:29 Uhr   |  Heinz Arnold

Windpark trotz Flugsicherung
© Siemens

Die Siemens Windenergieanlage SWT-3.0-113 erzeugt Strom in einem Permanentmagnet-Generator zwischen Nabe und Maschinenhaus (hier transparent). Weil der Stator mit den Spulen im Betrieb still steht und von dem zylinderförmigen Rotor mit den Dauermagneten umkreist wird, bleibt das elektromagnetische Feld im Innern der Anlage. Elektrische Systeme wie die Leistungselektronik liegen gekapselt im Innern.

Die direkt angetriebenen Windturbinen von Siemens bieten ausreichend Schutz vor elektromagnetischen Emissionen, um auch in der Nähe von Funkanlagen zur Flugsicherung und von Radaranlagen der Bundeswehr betrieben werden zu können.

Die Empfangsstellen der Deutschen Flugsicherung bilden für die drahtlose Kommunikation in der Luftfahrt eine wichtige Infrastruktur. Eine dieser Funkanlagen unterstützt im Schleswig-Hosteinischen Löwenstedt Piloten bei der Kommunikation in der Luft. Ein Bürgerwindpark an der Empfangsstelle schien auf den ersten Blick nicht genehmigungsfähig, weil die Deutsche Flugsicherung hier höchste Anforderungen an die elektromagnetische Verträglichkeit der Windenergieanlagen stellt. Dann entschieden sich die Planer für Anlagen vom Typ Siemens SWT-3.0-113. Auch den technischen Anforderungen der Bundeswehr, die in der Nähe Radaranlagen betreibt, werden die Siemens-Windturbinen durch ihre Steuerungsmöglichkeiten gerecht.

Fünf Anlagen vom Typ SWT-3.0-113 wird Siemens an die Bürgerwindpark Löwenstedt GmbH & Co. KG liefern, die sich durch äußerst geringe elektromagnetische Emissionen ihres Permanentmagnet-Generators und der elektrischen Systeme auszeichnen.

Weil bei diesen Anlagen ein geschlossener Kranz aus leistungsfähigen Dauermagneten um den Stator mit den Spulen des Generators kreist, muss die elektrische Energie nicht von beweglichen Komponenten z. B. über Schleifringe abgeleitet werden. Hinzu kommt die abgeschirmte Bauart des Generators und der weiteren elektrischen Komponenten, die sowohl in einem Metallgehäuse als auch in der Konstruktion des Maschinenhauses und dem stählernen Turm der Anlage gekapselt sind.

Dass der Umrichter im Turmfuß installiert wird, schränkt die Reichweite elektromagnetischer Emissionen zusätzlich ein. Für die Entwickler von WEB Andresen in Breklum und Ingenieurbüro Henning Holst in Husum kam aufgrund der strengen Auflagen einzig das von Siemens angebotene System in Betracht.

Die Geschäftsführer des Bürgerwindparks, Jan Peter Thoröe und Astrid Jensen, erkannten darin die Chance, den Windpark an dem sensiblen Standort zu realisieren. Die Siemens Wind Power und Renewables Division legte messtechnische Nachweise über die elektromagnetische Verträglichkeit der Anlagen in dem für die Flugsicherung relevanten Frequenzbereich vor und das Projekt erhielt die erforderliche Genehmigung. Alle fünf Siemens Anlagen werden innerhalb des Radius von zwei Kilometern rund um die Empfangsstelle der Flugsicherung errichtet.

»Die kollidierenden Interessen von Flugsicherung und Bürgerwindparks bereiten bei vielen Windprojekten in Schleswig-Holstein Probleme«, sagt der technische Geschäftsführer Jan Peter Thoröe von der Bürgerwindpark Löwenstedt. »In Löwenstedt hilft uns die fortschrittliche Siemens-Technologie, den Auflagen der Deutschen Flugsicherung und der Bundeswehr gerecht zu werden und zugleich ein wichtiges Projekt zu realisieren, an dem sich mehr als 280 Bürger beteiligt haben.«

»Beim Projekt Löwenstedt freuen wir uns besonders, dass hier die einzigartige elektromagnetische Verträglichkeit dieser Anlagen zur Realisierbarkeit beigetragen hat«, sagt Thomas Richterich, CEO Onshore der Siemens Wind Power and Renewables Division.

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