Interaktiver Simulator

Anschaulich gemacht: So trägt V2G zur Energiewende bei

1. März 2022, 12:52 Uhr | Kathrin Veigel
LADE Vehicle-to-Grid
Mit dem interaktiven V2G-Tool von LADE kann man die Zukunft der Stromversorgung anschaulich und zugleich technisch fundiert modellieren.
© Petair/Adobe Stock

Vehicle-to-Grid (V2G) ist der Schlüssel für eine effiziente und günstige Stromversorgung mit erneuerbaren Energien und ein wichtiger Beitrag zum Erreichen der Klimaziele. Das neue interaktive V2G-Tool des Start-ups LADE macht das Potenzial der Technologie nun visuell greifbar.

Das Mainzer E-Mobility-Start-up LADE stellt ab sofort ein interaktives Visualisierungs-Tool zur Verfügung, das veranschaulicht, welchen Beitrag Vehicle-to-Grid (V2G) ganz konkret zum Erreichen der Klimaziele leisten kann. Der neuartige Simulator des Unternehmens bezieht sich bei den Berechnungen auf reale Daten der Bundesnetzagentur.

Vehicle-to-Grid bezeichnet das Zwischenspeichern von Strom in der Batterie eines Elektrofahrzeugs, der bei Bedarf wieder ins Energiesystem zurückgeführt wird. »Die Nutzung von Elektroauto-Batterien als Speicher kann ein extrem wichtiger Baustein zum Erreichen der deutschen Klimaziele sein, weil er sehr, sehr einfach und günstig umgesetzt werden kann, eine enorme Wirkung hat und die Speicher ohnehin vorhanden sind. Wir müssen uns aufgrund der bevorstehenden Klimakrise mit der Energiewende wirklich sputen und können nicht noch abwarten, bis Wasserstoff effizient wird. Wir müssen jetzt handeln – und dafür können die Batterien der Elektroautos eine entscheidende Rolle spielen«, so Dennis Schulmeyer, CEO von LADE. 

Interaktiv das Thema Vehicle-to-Grid durchspielen

Der V2G-Simulator hat verschiedene Einstellmöglichkeiten: So lässt sich beispielsweise der Betrachtungszeitraum frei wählen. Auch ist es möglich, die installierte Leistung für Windkraft und Photovoltaik sowie die Zahl der verfügbaren Elektroautos einzustellen und an zukünftige Entwicklungen anzupassen. Darüber hinaus sind zwei konkrete Szenarien voreingestellt, die über das Tool betrachtet werden können: die Ziele der Ampel-Koalition für 2030 sowie das Agora-Energiewende-Szenario »Klimaneutral 2045«.

Das Tool zeigt: Sollte die Bundesregierung ihr Ziel von 15 Millionen Elektroautos bis 2030 realisieren können und zudem weiter kräftig die Erneuerbaren ausbauen, ist es realistisch, dass im weiteren Verlauf hierzulande etwa 95 Prozent der Stromversorgung allein mit Wind, Solar und Batterien aus E-Autos abgedeckt werden.

»Unser Simulator zeigt klar, dass wir mit den Batterien von Elektroautos schon 2030 so gut wie alle Peaks wegspeichern können, die durch den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien entstehen werden. So lässt sich der Strom dann auch zeitversetzt nutzen«, erklärt Schulmeyer.

Weichen zu V2G müssen jetzt gestellt werden

Die Regulierung und Standardisierung von Vehicle-to-Grid wie beispielsweise verpflichtende und von der Politik geförderte bidirektionale Ladegeräte im Fahrzeug sowie ein möglichst einfaches Vergütungssystem müssen schnellstmöglich vorangetrieben werden, damit das Potenzial auch wirklich gehoben werden kann.

Das meint auch Dennis Schulmeyer und ergänzt: »Technologisch ist das problemlos möglich, aber organisatorisch und regulatorisch ist der Aufwand noch ziemlich groß. Hier sind die Politik, die Industrie und die Wissenschaft gleichermaßen gefragt. Wir haben mit Vehicle-to-Grid eine riesengroße Chance, die wir nutzen müssen.«

Außerdem weist er darauf hin, dass – auch wenn es in der Öffentlichkeit immer wieder anderslautende Gerüchte gebe – die Nutzung der Elektroauto-Batterie als Speicher keine nennenswerten negativen Auswirkungen auf die Leistung des Elektroautos sowie auf die Leistung und Kapazität der verbauten Batterie habe.


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