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INVENOX GmbH: Mehr Power

Die INVENOX GmbH, ein Startup aus dem Umfeld der TU München, zeigte auf der Intersolar ihre Module, die durch technische Innovationen mit rekordverdächtigem Preis-Leistungsverhältniss, Leistungsdichte und Lebensdauer aufwarten.

INVENOX Modul Bildquelle: © INVENOX GmbH

Auf der Intersolar stellte die Invenox GmbH aus Garching ihre CONCHIFERA-Batteriemodule aus Lithium-Ionen-Rundzellen des Typs 18650 vor. Das junge Unternehmen verschweißt die Zellen nicht einzeln, wie die meisten Konkurrenten, sondern verklemmt sie zwischen zwei Aluminiumkernleiterplatten und stellt die Kontakte mit einem leitfähigen, elastischen Material namens »FANTASTIUM« her. Die Klemmverbindungen sind reversibel und erlauben den nachträglichen Austausch einzelner defekter Zellen sowie einen einfachen und kostengünstigen Recyclingprozess, da die Module vollständig vereinzelt und die einzelnen Komponenten weiterverwendet (2nd use) oder gezielt verwertet werden können.

Zellen angeordnet Bildquelle: © INVENOX GmbH

Durch den Verzicht auf Schweißen beim Einbau der Zellen werden diese nicht thermisch belastet, was ihrer Lebensdauer ebenso zugutekommt, wie die gleichmäßige Wärmeabführung über die Polkontakte in die Aluminiumplatte im Betrieb. Die CONCHIFERA-Module können in verschiedenen elektrischen Spannungslagen, von 12, 24, 36 oder 48 V bis zur Hochvoltbatterie modular konfiguriert und mit Luft oder Flüssigkeit gekühlt werden. Auch große Systeme mit Kapazitäten von über 100 kWh, Stromtragfähigkeiten von über 1200 A  und Gesamtsystemspannungen von 1000 V sind möglich. Leistungscharakteristik, Kapazität, Zyklenfestigkeit und thermisches Verhalten können nach Vorgaben des Auftragsgebers angepasst werden, für Prototypen und Großserien. Die Assemblierungs- und Fertigungsprozesse verbilligten die Kosten für Module auf bis zu unter 400 Euro/kWh und erhöhten die maximale Energiedichte auf bis zu 680 Wh/l, so INVENOX.

Das Batteriemanagementsystem hat INVENOX selbst entwickelt. Es kontrolliert elektronisch die Spannung jeder einzelnen Zelle sowie die Temperaturverteilung im Batteriemodul und weitere Parameter. Zur präzisen Bestimmung des Ladezustands, der wahren Kapazität und der Alterung der Zellen werden komplexe nichtlineare Algorithmen verwendet. Die Daten können geloggt und z.B. mittels Serveranbindung über GSM versendet werden.

INVENOX GmbH Bildquelle: © INVENOX GmbH

Die Protagonisten des Unternehmens trafen sich mehrheitlich im Umfeld ihrer Promotion zum Elektroauto-Projekt Visio.M am Institut für Fahrzeugtechnik an der TU München (TUM) und konnten u.a. mit der Aufnahme in das staatliche Förderprogramm EXIST-Forschungstransfer im Juni 2014 die INVENOX GmbH gründen. Im Juni 2016 wurde wegen der großen Nachfrage eine 1.600 m2 große Produktionshalle mit Laboren und Assemblierungslinien in Anwesenheit der Vizepräsidentin der TUM in Betrieb genommen. Die INVENOX GmbH ist eine von mittlerweile 700 Ausgründungen und StartUps aus der TUM.