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ZEW Energiemarktbarometer: Batteriespeicher halten Einzug

Hohes Ausbaupotential sehen die für das ZEW Energiemarktbarometer befragten Experten kurz- bis mittelfristig. Für sie spräche vor allem ihre Flexibilität, problematisch sind die (noch) hohen Kosten.

Tesvolt Energiespeicher Bildquelle: © Tesvolt

Tesvolt Batteriespeicher

Das ZEW-Energiemarktbarometer ist ein deutschlandweites Panel von Fachleuten der Energiewirtschaft. Die halbjährliche Erhebung reflektiert seit 2002 die Einschätzungen der Teilnehmer bezüglich aktueller Themen der Energiewirtschaft und der Energiepolitik. Die aktuelle Erhebung basiert auf rund 180 Antworten von Teilnehmern in Deutschland.

Dreiviertel der Befragten sehen einen Bedarf, der über momentan existierende Speicherkapazitäten hinausgeht, bereits in der kurzen bis mittleren Frist (ein bis zehn Jahre). Weitere 18 Prozent sehen diesen Bedarf in elf bis 20 Jahren. Befragt nach den Energiespeichern, die in den nächsten zehn Jahren den höchsten absoluten Kapazitätsausbau erleben werden, nennen 71 Prozent Batterien, 47 Prozent Wärmespeicher und 46 Prozent Power-to-X, also die Kopplung von Sektoren über Power-to-Heat (die Erzeugung von Wärme unter Einsatz elektrischer Energie) und Power-to-Gas (die Herstellung von Brenngas unter Einsatz elektrischer Energie).

Ein Ausbau von Pump- und Druckluftspeichern wird hingegen nur von wenigen Befragten erwartet, ein Ausbau von Schwungrad- oder magnetischen Speichern überhaupt nicht.

Kriterien für den Energiespeichereinsatz Bildquelle: © ZEW

Bei der Bewertung der Wichtigkeit der Kriterien für den Energiespeichereinsatz stehen die Investitionskosten ganz oben.

Bei den Pump- und Druckluftspeichern sind die natürlichen Gegebenheiten ein wichtiger begrenzender Faktor. Für Schwungräder und magnetische Speicher erscheinen wohl eher Technik und Kosten problematisch. Dass die Experten/-innen einen hohen Kapazitätsausbau bei Batterien erwarten, könnte dadurch zu erklären sein, dass Batterien flexibel einsetzbar und gut skalierbar sind.

Außerdem könnte ihre Verwendung in anderen Wirtschaftssektoren zu Kostensenkungen führen. Tatsächlich dominieren bei den Kriterien für einen großflächigen Einsatz von Energiespeichern die Investitionskosten. Diese werden von 86 Prozent der Befragten als sehr wichtiges oder wichtiges Kriterium angesehen. 77 Prozent beziehungsweise 70 Prozent erachten die Kapazität und die Reaktionszeit der  Speicher, also die kurzfristige Verfügbarkeit der gespeicherten Energie, für sehr relevant. Auch Umweltverträglichkeit, Energiedichte, Skalierbarkeit und die gesellschaftliche Akzeptanz  von Energiespeichern werden mehrheitlich als sehr wichtige  oder wichtige Kriterien genannt.

Befragt nach den größten Hindernissen für eine stärkere Nutzung von Speichertechnologien im Stromsektor nennen 80 Prozent beziehungsweise 62 Prozent der Experten die hohen Kosten sowie die fehlenden Anreize, in Speichertechnologien zu investieren. Technische Barrieren stellen für 23 Prozent ein Hindernis dar.