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Kobaltbedarf wird kräftig steigen: Wo kommt »sauberes« Kobalt für E-Autos her?

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Bedingungen der Kobaltgewinnung

Unter welchen Bedingungen wird das Erz, das Kobalt enthält, im Kongo gewonnen?
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Minen: Die offiziellen, legal arbeitenden Minen sowie den sogenannten artisanalen Bergbau. Hier handelt es sich um illegal betriebene inoffizielle Minen, die keinerlei Aufsicht unterstehen und in denen die Menschen das Erz unter einfachsten Bedingungen schürfen. Hier gibt es auch Kinderarbeit.

Der Kongo ist ja nicht gerade ein Hort der politischen Stabilität. Wie soll hier Transparenz in die Lieferkette gebracht werden?

Im Moment ist die politische Lage vergleichsweise stabil. Deshalb geschieht die Förderung des Erzes wohl zu 80 bis 90 Prozent derzeit in den offiziellen Minen, der Anteil der legalen Bergwerke ist also relativ hoch; damit sind die Voraussetzungen relativ günstig, eine Zertifizierung durchzuführen. Es bleiben aber 10 bis 20 Prozent aus dem artisanalen Bergbau, der kaum zu überwachen ist.

Wie lässt sich die Herkunft zertifizieren?

Es gibt derzeit mehrere Organisationen, die sich darum kümmern, wie zum Beispiel die Certification Trading Chain und die Responsible Cobalt Initiative (RCI). Hier haben sich Lieferanten und Abnehmer zusammengeschlossen, um dafür zu sorgen, dass sich die Herkunft des Kobalts in den Batterien zurückverfolgen lässt und Transparenz in die Lieferkette kommt. Damit soll vermieden werden, dass unter unethischen Bedingungen gefördertes Kobalt in die Lieferkette gelangt.

Sobald das Erz gefördert ist, muss es aufbereitet werden. Geschieht dies vor Ort?

Nein, das Erz wird außerhalb des Kongo weiter verarbeitet; der mit 80 Prozent größte Anteil wird in China aufbereitet. China versucht, möglichst viel davon in eigenen Batterien zu verbauen, um die Wertschöpfung im Land möglichst hoch zu halten. Die meisten Batteriehersteller sitzen inzwischen in Asien.

Die Verarbeitung des Erzes geschieht in China und China ist in Afrika und im Kongo im Besonderen sehr präsent. Ist die Kobalt-Wertschöpfungskette fest in chinesischer Hand?

Die chinesischen Unternehmen haben Verträge mit den Minenunternehmen aus dem Kongo geschlossen, um sich den Zugang zu sichern. Außerdem kaufen chinesische Bergbauunternehmen Minen auf, unter anderem im Kongo.