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Kobaltbedarf wird kräftig steigen: Wo kommt »sauberes« Kobalt für E-Autos her?

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Alternativen zu Kobalt in 25 Jahren müssten sie kommen!

Gibt es überhaupt noch die Möglichkeit, dass Hersteller hierzulande sich den Zugang zu Kobalt unabhängig von China sichern können?

Diese Möglichkeit besteht durchaus noch. Aber es wird Zeit, sich darum zu kümmern. Wenn die Preise kräftig anziehen und die Knappheit spürbar wird, ist es zu spät.
Im Moment sehen die Hersteller wohl den Handlungsdruck nicht ganz so stark, der Preis für Kobalt ist in diesem Jahr ja eher zurückgegangen als gestiegen.
Er ist tatsächlich im Jahresverlauf von 60 auf 50 Euro pro kg gefallen. In den 90er-Jahren hatte er während Krisen in Zaire (heute Kongo) schon mal bei bis 70 Euro gelegen. Aber wie ich schon erwähnt habe, wird die Nachfrage über die nächsten Jahre wegen der E-Autos stark wachsen.

Viele Batteriezellenhersteller sind eifrig dabei, Alternativen zu Kobalt zu entwickeln oder zumindest die Kobaltmenge pro Batterie zu reduzieren. Das könnte doch die Nachfrage dämpfen?

Es sieht so aus, als ob die Hersteller sich damit sehr schwertun, da parallel auch die Kapazität, Lebensdauer und Stabilität der Batterien erhöht und die Größe reduziert werden sollen. In absehbarer Zeit sehe ich keine technische Entwicklung, die der steigenden Nachfrage nach Kobalt künftig merklich entgegenwirken könnte.

Wie viel Kobaltvorräte gibt es nach derzeitigem Wissen überhaupt weltweit?

Wie gesagt, im Kongo befinden sich 50 Prozent der bekannten Lagerstätten, in Australien 23 Prozent und in Kuba 8 Prozent. Der Rest verteilt sich auf verschiedene andere Länder, die nicht mehr so ins Gewicht fallen. Wenn ausschließlich im Kongo gefördert würde, reichten die bekannten Vorräte vielleicht noch 25 Jahre, weltweit betrachtet grob geschätzt noch 50 Jahre.

Bis spätestens dann müsste also Ersatz gefunden sein?

Vermutlich gibt es noch große Lagerstätten zum Beispiel unter dem Meer; die zu erschließen wäre aber sehr teuer, von anderen Problemen gar nicht zu sprechen. Es wäre also gut, den Kobaltbedarf langfristig zu reduzieren. Aber das gilt ja für einen großen Teil der Materialien, die derzeit für Batterien benötigt werden.