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1 Mrd. Euro bereitgestellt: VW baut eigene Batteriezellenfertigung

VW steckt 1 Mrd. Euro in den Aufbau einer Fertigung für Batteriezellen zusammen mit einem noch nicht genannten Partner in Salzgitter.

Herbert Diess Bildquelle: © dpa | Bildfunk

Weil VW die Elektrifizierung seiner Flotte konsequent vorantreibe, sei der Bau eines eigenen Werkes für die Produktion von Batteriezellen sinnvoll, wie Vorstandsvorsitzender Herbert Diess erklärte.

Am Standort in Salzgitter forscht VW bereits in einem »Center of Excellence« an Batteriezellen, die zur Schlüsselkompetenz von Volkswagen werden sollen, wie VW-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess erklärte. Dort könnte nach den Planungen ab 2023 mit der Produktion begonnen werden.

VW will sich nicht von Zulieferern für Batteriezellen aus Asien abhängig machen und setzt deshalb auf eine eigene Fertigung. Der Aufsichtsrat hat dazu ein Investitionsvolumen von knapp einer Milliarde Euro bewilligt.

Wer der Partner ist, mit dem VW das Werk bauen will, darüber ließ der Konzern nichts verlauten. Derzeit ist zu hören, dass VW eine Kooperation mit SK Innovation (SKI) aus Korea anstreben könnte.

Außerdem hat VW kürzlich die »European Battery Union« mitbegründet. Zusammen mit Northvolt forscht VW in diesem Rahmen ebenfalls an der Entwicklung von Batteriezellen und der gesamten Wertschöpfungskette. Laut Herbert Diess mache die Batterie beim Elektroauto einen Großteil der Wertschöpfung aus, deshalb sollte im Rahmen des Konsortiums ein umfassender Kompetenzaufbau bei der Batteriezellfertigung stattfinden.

»Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Batteriezellproduktion in Deutschland zu wettbewerbsfähigen Bedingungen stattfinden kann«, erklärte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zur Ankündigung von VW, jetzt eine eigene Zellenproduktion aufzubauen. Derzeit ist es nämlich umstritten, ob sich eine Batteriezellenproduktion in Deutschland bei den hohen Energiepreisen lohnen könnte und ob die Energie bis zur Aufnahme der Produktion zum größten Teil aus erneuerbaren Quellen stammen könnte. Denn das wäre die Voraussetzung dazu, dass die Batterieproduktion in Einklang mit den Klimazielen stehen könnte.

Bosch hatte sich kürzlich gegen den Aufbau einer eigenen Batteriezellenproduktion entschieden. Um Aussicht auf Wirtschaftlichkeit zu haben, hätte das nach Ansicht von Bosch eine Investition von 20 Mrd. Euro erfordert. Das Risiko erschien zu hoch, jetzt arbeitet Bosch an Brennstoffzellen, die sich zumindest für schwere Fahrzeuge wie Lastwagen zu einer Alternative für den Antrieb von Elektrofahrzeugen entwickeln könnten.

VW setzt dagegen auf Batterien. »Im Rahmen unserer umfangreichen Elektro-Offensive wollen wir unsere Batteriekapazitäten im Rahmen von strategischen Partnerschaften absichern«, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch.

»So konsequent wie kein anderer Automobilhersteller treiben wir die Elektrifizierung und Digitalisierung unserer Flotte voran. Gleichzeitig bauen wir in den kommenden Jahren im Hinblick auf innovative Mobilitätsdienste innovative Geschäftsfelder auf«, erklärte Herbert Diess.

Die Batterien für die Elektroautos, die VW über die nächsten Jahre anbietet, kommen von asiatischen Zulieferern, darunter SKI, LG Chem und CATL. VW will den Anteil der Elektrofahrzeuge über die kommenden Jahre so stark ausbauen, dass laut Diess eine eigene Zellenfertigung wirtschaftlich sinnvoll sei. Deshalb werde der Batteriebedarf des Volkswagen Konzerns allein in Europa und in Asien auf mehr als 300 GWh jährlich steigen, ist in einem Strategiepapier von VW zu lesen. In den nächsten zehn Jahren sollen fast 70 neue E-Modelle auf den Markt kommen. Die Anzahl der projektieren Fahrzeuge auf den E-Plattformen des Konzerns liegt bei 22 Millionen Stück.