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Rohstoffengpässe gefährden Wirtschaft: Kobalt ist der risikoreichste Rohstoff

Kobalt ist der Rohstoff mit dem höchsten Versorgungsrisiko, wie auf dem vbw-Kongress zur Rohstoffversorgung zu hören war.

Ein Werk zur Lithiumgewinnung in Argentinien zu sehen. Bildquelle: © Orocobre

Ein Werk zur Lithiumgewinnung in Argentinien.

Gerade die Elektromobilität ist auf eine sichere Rohstoffversorgung angewiesen. »Dazu muss die Versorgung vor allem mit Lithium, Kobalt, und Seltenen Erden gewährleistet sein. Für das Jahr 2026 wird weltweit mit einem 14- bis 24-Mal höheren Bedarf an Lithium-Ionen-Batterien als noch 2016 gerechnet«, erklärte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt in Hinblick darauf, dass der Freistaat eigene Forschungs- und Produktionsstandorte für Batteriezellen am Standort Bayern plant, was er begrüßte.

Die sichere Versorgung mit ausreichenden Mengen insgesamt sei als zentrales Element der Zukunftssicherung für viele Sektoren – darunter der Energiewende und der digitalen Transformation – von hoher Relevanz, wie er auf dem vbw-Kongress »Rohstoffversorgung langfristig sichern« betonte: »Engpässe können ganze Wertschöpfungsketten lahmlegen und gefährden unsere Wettbewerbsfähigkeit.«

Grundsätzlich ist die Rohstoffsicherung zunächst einmal Aufgabe jedes einzelnen Unternehmens. Sie wird durch Forschung und Entwicklung, langfristige Lieferverträge, Substitution und Recycling wahrgenommen. Die betrieblichen Möglichkeiten stoßen jedoch an Grenzen.

»Zu den größten Risiken der Rohstoffversorgung gehören der weltweit steigende Bedarf, Protektionismus und andere negative politische Entwicklungen in den Abbau-Regionen sowie die zunehmende Konzentration bei den Rohstoffanbietern«, so Brossardt.

Hier sei die Politik gefragt: Die internationalen Rohstoffmärkte müssten erhalten und neue eröffnet werden. Unternehmen müssten bei der Rohstofferschließung im Ausland besser unterstützt werden. Die Grundlagenforschung im Bereich des Rohstoffersatzes müsse stärker gefördert werden. »Wir müssen auch heimische Rohstoffvorkommen besser nutzen und es ist sinnvoll und richtig, dass der Freistaat Bayern eine Rohstoffstrategie hat. Uns allen muss klar sein: Rohstoffe sind unerlässlich für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft.«