Marketing-Gier siegt über Ingenieure

Die Ursache des Samsung-Desasters

13. Oktober 2016, 17:21 Uhr   |  Heinz Arnold

Die Ursache des Samsung-Desasters
© Hochschule Landshut

Eine Smartphone-Zelle wird auf einer Herdplatte überhitzt. Die Folge: Der Thermal-Run-Away-Effekt tritt ein, die Zelle öffnet sich und Batteriechemie tritt aus. Eingepackt in ein Smartphone würde der Akku Feuer fangen.

Alles was bisher an Informationen über die Brände im Galaxy Note 7 erhältlich ist, lässt nur einen Schluss zu: Des gefürchtete Thermal-Runaway-Effekt setzt die Smartphones in Brand. Doch was steckt dahinter und wer ist schuld?

Simulationsexperiment der Hochschule Landshut

Die Studenten von Prof. Karl-Heinz Pettinger von der hochschule Landshut haben in einem Simulationsexperiment eine Batterie erfolgreich zum Brennen gebracht
Der Brand einer Batterie und im Hintergrund die Temperaurkarte dazu
Eine Batterie wird über Hochstromanschlüsse überladen. Sie wird heiß…

Alle Bilder anzeigen (5)

Die Galaxy-7-Smartphones von Samsung brennen nach den bisher veröffentlichten Berichten im Betrieb. Das heißt: Anders als bei dem Brand der LiIonen-Batterie im Dreamliner, die wegen eines Fehlers in der Ladeelektronik brannten, kommt es bei den Akkus in den Galaxy-Note-7-Smartphones zu einer Überhitzung während des Betriebs. Wenn sich nur in einer einzigen Zelle ein Hotspot bildet, dann setzt eine Kettenreaktion ein, innerhalb kürzester  Zeit brennen alle Zellen: Es kommt zum Thermal Runaway, der nicht mehr zu stoppen ist.

Doch warum hat es ausgerechnet die Akkus im neuen Galaxy  getroffen? Es liegt vor allem daran, dass die Hersteller der Smartphones eine möglichst hohe Energiedichte erreichen wollen, um beispielsweise eine lange Standby-Zeit ins Datenblatt schreiben zu können. Auch wenn die Standby-Zeit für die meisten Verbraucher im realen Leben ziemlich unwichtig sein dürfte, so schaut er doch auf die Zahlen und wird sich dann für das Smartphone mit der längeren Standby-Zeit entscheiden. Außerdem sollen im Betrieb möglichst viele Apps auf dem Smartphone laufen können, ohne dass es ständig wieder neu geladen werden muss.
 

Seite 1 von 3

1. Die Ursache des Samsung-Desasters
2. Marketing versus Ingenieurswissen
3. So wird es brenzlig

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Betrieb von hybridem 5MW Batteriegroßspeicher hat begonnen
Neue organische 10-kW-Redox-Flow-Batterie
Trockenakku erhöht die Sicherheit

Verwandte Artikel

Samsung Electronics GmbH Samsung House, Hochschule Landshut