Mercedes-Benz eCitaro

Ein zweites Leben für die Bus-Batterie

19. April 2022, 12:45 Uhr | Kathrin Veigel
Daimler Truck Bus Batterie Second Life
Von der Straße in den Energiespeicher: Batterien aus dem vollelektrisch angetriebenen Mercedes-Benz eCitaro können nach der Nutzung als Traktionsbatterien im Omnibus ein zweites Leben in stationären Energiespeichern antreten.
© Daimler Truck

Daimler Buses ist Partner des Modellprojekts GUW+: In einem neuen Gleichrichter-Unterwerk der Üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe entsteht ein stationärer Energiespeicher auf Basis von Batteriesystemen, die zuvor in vollelektrisch angetriebenen eCitaro-Stadtbussen zur Anwendung kamen.

Die Einsatzzeit der Batterien mit NMC-Technologie im vollelektrisch angetriebenen Mercedes-Benz eCitaro endet nach rund fünf bis sechs Jahren bei einer Kapazität von etwa 80 Prozent. Danach ist die notwendige Reichweite der Stadtbusse nicht mehr gewährleistet.

Der Lebenszyklus einer Batterie ist jedoch nicht zwangsläufig nach dem Betrieb in einem Fahrzeug zu Ende. Im stationären Betrieb ist sie in der Regel noch voll einsatzfähig – Kapazitätsverluste spielen hier nur eine untergeordnete Rolle. Nach bestimmungsgemäßer Nutzung der Batterien im Fahrzeug, ist ein Betrieb im stationären Bereich für mehrere weitere Jahre möglich und erweitert damit deren wirtschaftlichen Nutzen und Umweltbilanz. Das Projekt GUW+ setzt deshalb auf die Nachnutzung von Batterien aus elektrischen Stadtbussen.

Das neue Gleichrichter-Unterwerk in Hannover soll zur Versorgung der Stadtbahnen und Elektrobusse der Üstra beitragen. Der Energiespeicher dient dabei als Puffer zur effizienten Nutzung der anfallenden Rekuperationsenergie im Rahmen des Stadtbahnbetriebs und ermöglicht dabei den Ausgleich von Lastspitzen, einen Weiterbetrieb bei Netzausfällen sowie die Versorgung der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Der Pilotspeicher verfügt über eine Kapazität von rund 500 kWh und besteht aus rund 20 Batteriesystemen, die zuvor über tausende Kilometer im eCitaro für Erprobungsfahrten eingesetzt wurden.

Neben dem Konsortialführer Alstom Transport Deutschland gehören dem Konsortium die Firmen Elpro und Motion Control and Power Electronics, das Fraunhofer-Institut IVI sowie die TU Dresden an. Daimler Buses unterstützt das Projekt als assoziierter Partner. Üstra ist als Demonstrationspartnerin an GUW+ beteiligt. 

Mercedes-Benz Energy ist als Tochtergesellschaft von Mercedes-Benz für die Entwicklung von Energiespeicherlösungen verantwortlich. Der Fokus des Unternehmens liegt insbesondere auf Anwendungen aus dem Bereich 2nd-Life und Ersatzteilspeicher. Gemeinsam mit seinen Partnern hat das Unternehmen bereits drei Großspeicher mit insgesamt rund 50 MWh Energie aus automobilen Batteriesystemen an das deutsche Stromnetz gebracht. Der erste 2nd-Life-Batteriespeicher ging bereits im Oktober 2016 im westfälischen Lünen ans Netz.


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