Second Life für Batterien

Energiespeicher aus gebrauchten Autobatterien

18. Mai 2022, 11:47 Uhr | Kathrin Veigel
e.battery systems
Das Vorarlberger Unternehmen e.battery systems verlängert mit seinen Energiespeichern aus gebrauchten Autobatterien die Batterie-Nutzungsdauer um bis zu zehn Jahre.
© NOART

e.battery systems produziert ab sofort große Energiespeichersysteme für Industrie und Gewerbe. Das Unternehmen hat dazu langfristige Verträge mit internationalen Automobilherstellern abgeschlossen, die die dafür nötigen Lithium-Autobatterien liefern.

Das österreichische Unternehmen e.battery systems entwickelt und fertigt Energiespeicher-Lösungen für Industrie und Gewerbe sowie kundenspezifische Batterien für Elektrofahrzeuge, Baumaschinen und Industrieanlagen. Jetzt startet das Unternehmen mit der Produktion eines stationären Energiespeichersystems auf Basis gebrauchter Fahrzeugbatterien. Mehrere internationale Automobilhersteller liefern dafür die notwendigen Batterien.

Die Second-Life-Energiespeicher kommen vor allem in Industrie und Gewerbe zum Einsatz, etwa um den Strom aus einer eigenen Photovoltaikanlage zu speichern, um Lastspitzen abzufangen oder Stromausfälle zu überbrücken. Ihre Kapazitäten reichen von 100 Kilowattstunden bis zu mehreren Megawattstunden.

Bis zu zehn Jahre zusätzliche Nutzung

Durch die Wiederverwertung gebrauchter Lithium-Ionen-Batterien kann deren Lebensdauer um bis zu zehn Jahre verlängert werden. Wertvolle Ressourcen bleiben so länger im Zyklus und die sehr gute Ökobilanz von E-Fahrzeugen wird nochmals verbessert. Bei den Energiespeichern kommen erstmals Niedervoltbatterien zum Einsatz. Das System garantiert laut Hersteller 100-prozentige Ausfallsicherheit und reduziert den Materialverbrauch um 70 Prozent.

Die softwarebasierte Umrichtertechnologie ermöglicht eine Art Plug&Play-System für Großspeicher mit Niedervoltspannung. So können in einem Energiespeicher verschiedene Bordnetzbatterien einfach kombiniert werden.

Mit mehr als 30 Prozent Preisersparnis gegenüber Neusystemen soll es ein großes Marktpotenzial für die Lösung geben. »Die universal einsetzbaren Energiespeicher können einfach in bestehende Installationen integriert werden. Die Produktion soll schon im kommenden Jahr bis zu 30 Megawattstunden erreichen. Wir haben bereits Anfragen aus der ganzen Welt, etwa aus Deutschland, Kasachstan, Senegal oder von den Philippinen«, erklärt Christopher Schöpf, CEO von e.battery systems.


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