Graphene Manufacturing Group

Graphen macht Aluminium-Ionen-Akku besser

25. Mai 2021, 14:26 Uhr   |  Ralf Higgelke

Graphen macht Aluminium-Ionen-Akku besser
© GMG

Eine Energie- und Leistungsdichte wie Lithium-Ionen-Zellen sowie eine Ladezeit von maximal fünf Minuten schaffen die neuen Graphen-basierten Aluminium-Ionen-Akkus der Graphene Manufacturing Group. Prototypen von Knopfzellen sollen gegen Ende des Jahres 2021 den Kunden zur Validierung vorliegen.

Erste Daten zur Leistungsfähigkeit der Graphen-basierten Aluminium-Ionen-Akkus hat die Graphene Manufacturing Group (GMG) bekannt gegeben. Schlüsselelement ist eine proprietäre Oberflächenperforation von Graphen, die an der University of Queensland entwickelt worden ist. Die Experimente führte das Australian Institute for Bioengineering and Nanotechnology (AIBN) an der University of Queensland aus. Derzeit werden Prototypen von Knopfzellen gefertigt, die im vierten Quartal 2021 von Kunden getestet werden sollen.

Bei den Messungen ergab sich eine Energiedichte von 150 bis 160 Wh/kg, was im Bereich moderner Lithium-Ionen-Zellen liegt. Die Leistungsdichte liegt bei 7000 W/kg (Li-Ion-Akku 300 bis 1500 W/kg). Damit soll sich ein durchschnittlicher Mobiltelefon-Akku in maximal fünf Minuten aufladen lassen. Auch nach über 2000 Lade-/Entladezyklen soll sich die Leistungsfähigkeit nicht signifikant verschlechtert haben. Außerdem soll diese Batterietechnologie ein sehr geringes Brandpotenzial haben.

GMG ist ein in Australien ansässiges Clean-Tech-Unternehmen, das Graphen und Wasserstoff durch das Aufspalten von Methan (Erdgas) produziert, anstatt aus Graphit zu gewinnen. Mithilfe des firmeneigenen Prozesses kann GMG qualitativ hochwertiges, kostengünstiges Graphen skalierbar, abstimmbar und schadstofffrei herstellen. Das soll Verbesserungen bei den Kosten und der Umweltverträglichkeit in einer Reihe von Anwendungen ermöglichen. Unter Verwendung dieser kostengünstigen Graphenquelle entwickelt das Unternehmen hochwertige Produkte, die auf die Märkte Energieeffizienz und Energiespeicherung abzielen.

»Wir sind derzeit bestrebt, in sechs Monaten kommerzielle Prototypen von Knopfzellen für Tests bei Kunden und in 18 Monaten einen kommerziellen Prototyp von Pouch-Packs anzubieten, wie sie in Mobiltelefonen, Laptops usw. verwendet werden«, so Craig Nicol, CEO und Managing Director von GMG. »Die Markteinführung ist für uns eine große Motivation. Unser Ziel ist es, nach der Validierung beim Kunden eine einsatzfähige Produktionsanlage für Graphen und Knopfzellenbatterien zu haben, die wir wahrscheinlich hier in Australien bauen werden.«

»Unsere Aluminium-Ionen-Batterietechnologie ist eine echte Alternative zu den bestehenden Lithium-Ionen-Batterien in fast allen Anwendungen«, betont Dr. Ashok Nanjundan, wissenschaftlicher Leiter von GMG. »Die derzeitige Nennspannung unserer Batterien liegt bei 1,7 Volt. Wir arbeiten daran, die Spannung zu erhöhen, um bestehende Batterien unmittelbar ersetzen zu können, was zu höheren Energiedichten führt.«

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