Continental und TU Chemnitz

Brennstoffzellenlabor eingeweiht

17. Juli 2019, 15:36 Uhr   |  Heinz Arnold

Brennstoffzellenlabor eingeweiht
© TU Chemnitz / Foto: Jacob Müller

Herz des neuen Brennstoffzellenlabors ist ein Hochleistungsprüfstand zum dauerhaften Test von Antriebsleistungen bis zu 150 kW.

Continental und die TU Chemnitz haben ein Brennstoffzellenlabor eingeweiht, um Grundlagen für die Großserienfertigung zu schaffen.

Das im Rahmen einer strategischen Partnerschaft betriebene Labor steht auch Drittfirmen offen.

Heute sind Brennstoffzellenantriebe noch teuer, sei müssen wirtschaftlicher werden. Deshalb widmet sich eines der ersten beiden Continental-Projekte im Brennstoffzellenlabor der Entwicklung neuer sogenannter Bipolarplatten. Diese metallischen Platten sind ein zentraler Teil des Brennstoffzellenstapels (Stack). Sie verteilen die Gase und leiten den bei ihrer Reaktion entstehenden Strom ab. »Ziel des Projektes ist die Vorbereitung einer Großserienfertigung neuer Bipolarplatten mit höherer Energiedichte, die kleinere Abmessungen und wirtschaftlichere Systeme ermöglichen«, sagt Stephan Rebhan, Leiter Powertrain Technology & Innovation von Continental. Außerdem werden in einem zweiten Projekt Steuergeräte und Steuer-Algorithmen für den effizienten Betrieb von Brennstoffzellen entwickelt.

Bereits im Februar war mit der Aufstellung eines großen Wasserstofftanks (H2-Tank) als Teil der Laborausstattung der Professur für Alternative Fahrzeugantriebe (ALF) eine zentrale Voraussetzung für umfangreichere Messaufgaben geschaffen worden. Durch die Zusammenarbeit mit Continental als dem größten industriellen Partner innerhalb des Innovationsclusters »HZwo – Antrieb für Sachsen« hat mit dem neuen Fuel-Cell-Werkstofflabor auf dem TU-Campus nun eines der modernsten H2-Labore in Deutschland den Betrieb aufgenommen. »Brennstoffzellen auf Basis von Wasserstoff haben das Potenzial, ein wichtiger Teil des künftigen Mobilitäts-Mix zu werden. Deshalb intensivieren wir die Forschung und Entwicklung auf diesem Feld«, erklärt Rebhan weiter. »Mit der TU Chemnitz können wir Werkstoffe, Komponenten und ganze Brennstoffzellensysteme erproben.« Hochleistungsprüfstand bis 150 kW

»Herz der neuen Anlage ist ein Hochleistungsprüfstand zum dauerhaften Test von Antriebsleistungen bis zu 150 kW. Zukünftig besteht die Option, den Prüfstand bis auf 300 kW umzurüsten. Damit werden an der TU Chemnitz die Grundlagen für die Entwicklung von Brennstoffzellen und Brennstoffzellensystemen der nächsten Generation gelegt«, sagt Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Inhaber der Professur ALF an der TU.

Elektroantriebe mit Brennstoffzelle werden als wichtige Option vor allem für größere Fahrzeuge und Nutzfahrzeuge mit hoher Reichweite erwartet. Um die Leistungsfähigkeit der Brennstoffzelle unter verschiedenen Bedingungen zu testen, ist der neue Prüfstand in der Lage, wechselnde Umweltbedingungen und Auslastungen zu simulieren, was für die Einschätzung der Leistungsfähigkeit einer Wasserstoffbrennstoffzelle essentiell ist. Die Tests erfolgen bei verschiedenen Temperaturen, Druckverhältnissen und Luftfeuchtigkeiten sowie mit Simulation verschiedener Belastungen, wie Fahrten im Gebirge oder mit zusätzlichem Gewicht. Erste Messaufgaben im Rahmen von Forschungsprojekten rund um innovative Werkstoffe für Brennstoffzellen laufen bereits und schaffen Grundlagen für die Serienfertigung von besonders effizienten und wirtschaftlichen Bauteilen und Komponenten.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Brennstoffzellen für Indien
Brennstoffzellen setzen sich durch
Nur was für Nischenmärkte?
Stromproduktion mikrobieller Brennstoffzellen verbessert
Kunststoff verbessert Brennstoffzellen
Aktivität von Brennstoffzellen-Katalysatoren verdoppelt

Verwandte Artikel

Continental AG