Infrastrukturaufbau für wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Fahrzeuge

Daimler und Linde: Neue Wasserstofftankstellen

07. Juni 2011, 12:00 Uhr   |  Heinz Arnold

Daimler und der Technologiekonzern The Linde Group werden in den kommenden drei Jahren 20 zusätzliche Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland errichten und damit die Versorgung der stetig wachsenden Anzahl von Brennstoffzellen-Fahrzeugen mit ausschließlich regenerativ erzeugtem Wasserstoff sicherstellen.

Die Initiative bildet einen Brückenschlag zu den bestehenden Infrastrukturprojekten H2-Mobility und Clean Energy Partnership, die über das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) gefördert werden. Damit nimmt Deutschland bei der Wasserstoff-Infrastruktur im internationalen Vergleich die Spitzenposition ein.
 
Durch die Initiative von Linde und Daimler, die mit Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe verbunden ist, wird sich die Zahl der öffentlichen Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland mehr als verdreifachen. Die neuen Tankstationen sollen in den bestehenden Wasserstoff-Regionen Stuttgart, Berlin und Hamburg sowie entlang einer neuen durchgängigen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindung entstehen. Ziel ist es, verkehrstechnisch günstig gelegene, bestehende Standorte unterschiedlicher Mineralölfirmen zu nutzen. Damit werden erstmals alle Orte in Deutschland mit einem Brennstoffzellenfahrzeug erreichbar sein. Ein Schwerpunkt des Infrastrukturausbaus wird in Baden-Württemberg liegen, denn 125 Jahre nach der Erfindung des Automobils soll von dort auch dessen Neuerfindung ausgehen.
Der Aufbau und die Inbetriebnahme der neuen Tankstellen starten bereits im Jahr 2012. Die gemeinsame Initiative von Daimler und Linde steht weiteren Industriepartnern, etwa aus der Mineralöl, Energie- oder Automobilindustrie, offen.
 
Die Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur in Deutschland

Für die erfolgreiche Einführung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen ist der Aufbau einer öffentlichen Wasserstoff-Infrastruktur entscheidend. Erste Zentren in Ballungsräumen wie Berlin und Hamburg, haben sich bereits etabliert. Von den zurzeit knapp 30 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland sind sieben in einem öffentlichen Tankstellenbetrieb integriert. Deutschland ist damit klarer Vorreiter in Europa. Bereits fünf bis zehn Tankstellen sind für eine kundenfreundliche erste Abdeckung einer Großstadt ausreichend. Die Verbindung dieser urbanen Zentren – wie etwa Berlin und Hamburg, Stuttgart und München – mit Korridoren auf den Hauptverkehrsadern stellt einen wesentlichen Schritt für einen flächendeckenden Ausbau einer öffentlichen H2-Infrastruktur dar.
 

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