Kanton Zürich

Spatenstich für erste industrielle Schweizer Power-to-Gas-Anlage

23. September 2020, 14:08 Uhr   |  Hagen Lang

Spatenstich für erste industrielle Schweizer Power-to-Gas-Anlage
© Viessmann AG

Die Projektpartner Limeco (Energieversorger) und die Viessmann-Tochter Schmack BioEnergie glauben an das Geschäftsmodell der europaweit größten Power-to-Gas-Anlage mit mikrobiologischer Methanisierung, die beide Unternehmen jetzt im Kanton Zürich errichten.

Kofinanziert wird die erste Schweizer industrielle Power-to-Gas-Anlage mit 14 Millionen Franken von mehreren Energieversorgern sowie dem Schweizer Bundesamt für Energie. Sie wird auf Basis einer Elektrolyse-Leistung von 2,5 Megawatt (MW) ab Ende 2021 synthetisches Methan in das Netz einspeisen. Die Standortvoraussetzungen sind günstig, da auf dem Areal des Limmattaler Regiowerks eine Müllverbrennungsanlage den regenerativen Strom liefert und zusätzlich das im Klärgas vorhandene CO2 aus der benachbarten Abwasserreinigung verwertet wird. Aus Abfall und Abwasser werden die Schweizer so erneuerbares Methan produzieren.

Die Anlage leistet einen Beitrag zum Umbau des Schweizer Energiesystems im Rahmen der Energiestrategie 2050. Darin ist vorgesehen, den Strom aus der Kernkraft durch Solar-, Wasser- und Windkraft zu ersetzen. Um die saisonalen Stromüberschüsse speicherbar zu machen, setzt Limeco auf Power-to-Gas und will seine Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Betrieb der Anlage dem Vorankommen der schweizweiten Energiewende zur Verfügung stellen. Die Fachwelt wird auf der ersten Schweizer Power-to-Gas-Kongress am 25. November dieses Jahres in Spreitenbach über das Projekt informiert werden.

Die microbEnergy GmbH ist für die Methanisierungstechnologie und die Schmack Biogas GmbH für den Anlagenbau im Projekt verantwortlich. Beide Unternehmen schlossen sich kürzlich unter dem Dach der neugegründeten Schmack BioEnergie GmbH zusammen und gehören zur Viessmann Gruppe. Geschäftsführer Schmack-BioEnergie-Geschäftsführer Manuel Götz betont die strategische Bedeutung des Schweizer Großprojekts: „In der Schweiz können wir endlich die industrielle Tauglichkeit der Power-to-Gas-Technologie unter Beweis stellen.“ Entscheidend für das Zustandekommen des Projekts war die Bereitschaft von acht Schweizer Energieversorgern, das Gas zu einem definierten Preis abzunehmen.

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