86 Prozent würden wasserstoffbetriebenes Auto kaufen

Wasserstoff: Trotz Bedenken positives Image

07. Juni 2011, 11:12 Uhr   |  Heinz Arnold

Wasserstoff: Trotz Bedenken positives Image
© BMW

Aufbau einer Wasseterstofftankstelle

60 Prozent der Teilnehmer einer vom CleanEnergy Project durchgeführten Umfrage halten Wasserstoff in Autos für gefährlich. Nur 27 Prozent gaben an, darin keine Gefahr zu sehen. Allerdings gaben 86 Prozent der Teilnehmer an, dass sie sich durchaus vorstellen könnten, ein Auto mit Wasserstoffverbrennungsmotor zu kaufen.

Insgesamt stehen 78 Prozent der Nutzung von Wasserstoff als Energieträger positiv gegenüber. Nur 6 Prozent konstatierten eine negative Einstellung gegenüber der Nutzung von Wasserstoff als Energieträger.

Dass viele Menschen Wasserstoff im Auto als gefährlich ansehen, deckt sich mit den Einschätzungen, die Leser der Energie & Technik uns über die vergangenen Wochen zugeschickt hatten. Dieses Meinungsbild konnte allerdings nicht als repräsentativ gelten. Nun hat das CleanEnergy Project für die Studie über 1.000 erwachsene Personen mit beruflicher und/oder privater Affinität zu Energie- und Umweltthemen befragt. Die Umfrage zeigt nun, dass die Mehrheit der Befragten Wasserstoff als Energieträger durchaus positiv gegenüber steht.

Einerseits Angst vor Wasserstoff im Auto, andererseits die Bereitschaft, ein wasserstoffbetriebenes Auto zu kaufen – die Umfrage liefert  also ein durchaus widersprüchliches Bild. Thomas Korn, Vice President of Product Management and Technology der Firma Alset Global, hält deshalb weiter Aufklärung für sehr wichtig: »Von Fahrzeugen mit Wasserstofftank geht keine höhere Gefahr aus als von Benzin- oder Erdgasfahrzeugen. Selbst wenn der Fahrzeugtank bei einem Unfall beschädigt und undicht würde, bestünde, im Vergleich zu einem beschädigten Benzintank, in vielen Situationen sogar eine geringere Brandgefahr. Bei einem undichten Benzintank würden sich Kraftstoff und somit Benzindämpfe unter dem Fahrzeug ansammeln, der leicht flüchtige Wasserstoff würde dagegen nach oben in die Atmosphäre entweichen.« Alset Global ist spezialisiert auf die Entwicklung nachhaltiger Mobilitätstechnologien auf Wasserstoffbasis und hat eine Motortechnologie entwickelt, die es erlaubt, Benzinmotoren verschiedener Motorenhersteller mit Wasserstoff als Kraftstoff zu betreiben. Wasserstofffahrzeuge könnten also heute bereits kostengünstig in großer Zahl eingesetzt werden und die klimawirksamen CO2-Emissionen drastisch reduzieren.

Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft

»Wasserstoff wird nicht nur als Kraftstoff Verwendung finden, sondern auch eine zentrale Rolle bei der Speicherung von alternativen Energien spielen«, ist sich Gérard Planche, GM Fuel Cell Vehicle Market Test Manager bei GM Opel, sicher. »Der Einsatz von Wasserstoff in Verbrennungsmotoren könnte ein Schritt sein auf dem Weg zur flächendeckenden Einführung dieses Kraftstoffes und zur Vermeidung von lokalen Emissionen. Das feste und langfristige Ziel ist jedoch die unbeschränkte, geräuschlose und doppelt so effiziente Elektromobilität mit Wasserstoff-Brennstoffzellen. Wenn Wasserstoff durch Elektrolyse aus erneuerbarem Strom erzeugt wird, bleibt die gesamte Energiekette emissionsfrei: Von der Quelle bis zum Rad (Well to Wheel) entsteht nur noch reiner Wasserdampf.«

»Mit unserer Umfrage wollten wir etwas über die Akzeptanz von Wasserstoff als Energieträger erfahren. Von den Befragten wollten wir unter anderem wissen, ob sie die Nutzung von Wasserstoff als Kraftstoff für gefährlich, kompliziert oder einfach zu teuer halten«, erklärt Ralf Hartmann, Gründer des CleanEnergy Projects. »Über die Antworten und Ergebnisse der insgesamt 14 Fragen waren wir ziemlich erstaunt. Insbesondere die relativ hohe Akzeptanz von Wasserstoff als Kraftstoff für Verbrennungsmotoren hat uns überrascht.« Von der Möglichkeit, normale Autos mit Verbrennungsmotor durch eine Umrüstung auch mit Wasserstoff betreiben zu können, wussten allerdings nur 60 Prozent der Befragten.

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