Dezentrale Mini-Gaskraftwerke

Kleinkraftwerke fördern Klimaschutzpläne

05. Dezember 2011, 12:13 Uhr   |  Carola Tesche

Der Energieanbieter LichtBlick hat in Nordrhein-Westfalen die ersten 10 ZuhauseKraftwerke installiert. Sie stehen in Privatgebäuden in Essen, Gelsenkirchen und Castrop-Rauxel.

Die erdgasbetriebenen Mini-Kraftwerke von Volkswagen versorgen die Gebäude mit Wärme und speisen den parallel produzierten Strom komplett ins öffentliche Stromnetz ein.

Nordrhein-Westfalen ist nach Hamburg, Berlin und Niedersachsen das vierte Bundesland, in dem der Energieversorger die VW-Anlagen in Betrieb nimmt. LichtBlick hat bislang 330 Kleinkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 6,5 MW ans Netz angeschlossen und wird bis Ende des Jahres 400 ZuhauseKraftwerke installieren. In Zukunft sind 100.000 dezentrale und vernetzte Anlagen mit einer Gesamtleistung von 2000 MW geplant - das entspricht der Kapazität von zwei Atomkraftwerken.

Die ZuhauseKraftwerke werden im VW-Werk Salzgitter produziert und per Mobilfunk aus der Unternehmenszentrale von LichtBlick in Hamburg gesteuert. Die Anlagen werden dabei intelligent wärmegeführt betrieben. Ein Wärmespeicher ermöglicht es, den Betrieb weitgehend vom aktuellen Wärmebedarf im Gebäude zu entkoppeln.

Die Anlagen werden so gesteuert, dass sie bei hoher Nachfrage Strom in das Netz einspeisen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn nicht ausreichend Wind- und Sonnenstrom zur Verfügung steht. Die Anlagen ergänzen so den Ausbau schwankender erneuerbarer Energien und entlasten die Stromnetze.

Das Marktpotenzial für ZuhauseKraftwerke in NRW ist aufgrund des Sanierungsstaus bei den Gebäudeheizungen sehr hoch. Die Wärmeversorgung aus Kleinkraftwerken eignet sich für Eigentümer großer Einfamilien- bzw. Zwei- und Mehrfamilienhäuser, für Wohnungsbaugesellschaften, Gewerbetreibende, Kommunen, soziale Einrichtungen oder Kirchen. Voraussetzung ist ein jährlicher Gasverbrauch von mindestens 45.000 kWh oder 5.000 l Heizöl sowie ein Gasanschluss. Die Anlage bleibt im Eigentum des Energieversorgers, der den Kellerraum des Kunden mietet und das Kleinkraftwerk für einen Investitionskostenzuschuss ab 5.000 Euro bereitstellt.

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