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122 Mio. Euro für die Dekarbonisierung

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Die Europäische Union investiert erstmals seit der Einrichtung des Innovationsfonds 118 Mio. Euro in 32 kleine innovative Projekte in 14 EU-Mitgliedstaaten, Island und Norwegen.

Mit den Finanzhilfen werden Projekte unterstützt, die CO2-arme Technologien in energieintensiven Industrien sowie in Industrien in den Bereichen Wasserstoff, Energiespeicherung und erneuerbare Energien auf den Markt bringen sollen. Außerdem werden 4,4 Mio. Euro bereitgestellt, um in zehn EU-Mitgliedstaaten und Norwegen 15 Großprojekte weiterzuentwickeln. Unter den geförderten Projekten befinden sich fünf Projekte mit Standorten in Deutschland.

Exekutiv-Vizepräsident Frans Timmermans erklärte dazu: »Mit diesen Investitionen leistet die EU konkrete Unterstützung für Projekte im Bereich saubere Technologien in ganz Europa, um technologische Lösungen auszubauen, die zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 beitragen können. Die im Paket ‚Fit für 55‘ vorgeschlagene Aufstockung des Innovationsfonds wird es der EU ermöglichen, in Zukunft noch mehr Projekte zu unterstützen, sie zu beschleunigen und so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen.«

Die 32 für eine Finanzierung ausgewählten Kleinprojekte wurden von unabhängigen Sachverständigen daraufhin bewertet, ob sie im Vergleich zu herkömmlichen Technologien Treibhausgasemissionen senken und über den Stand der Technik hinausgehende Innovationen schaffen können. Gleichzeitig wurde geprüft, ob sie ausgereift genug sind, um ihre rasche Einführung zu ermöglichen. Weitere Kriterien waren die Skalierbarkeit und die Kostenwirksamkeit der Projekte. Die ausgewählten Projekte decken ein breites Spektrum relevanter Sektoren ab, um verschiedene Teile der europäischen Industrie und Energiewirtschaft zu dekarbonisieren. Die Erfolgsquote der förderfähigen Vorschläge im Rahmen dieser Aufforderung liegt bei 18 Prozent.

Unter den ausgewählten Projekten befinden sich auch zwei mit Standort in Deutschland:

  • Das Projekt »Aquilon« von der Storengy Deutschland GmbH in Berlin, das sich mit luftgestützten, hybriden und erneuerbaren Mikronetzen mit Redox-Flow-Batterie zur Versorgung eines Industriestandorts auseinandersetzt.
  • Das Projekt »CarBatteryReFactory« von FENECON GMBH in Deggendorf, Bayern. Dabei handelt es sich um ein Montagewerk für die Serienproduktion von industriellen Energiespeichersystemen auf Basis von Zero- und Second-Life-Batterien für Elektrofahrzeuge.

Die 15 Großprojekte, die für eine Unterstützung bei der Projektentwicklung infrage kommen, wurden als ausreichend innovativ und vielversprechend im Hinblick auf die Verringerung von Treibhausgasemissionen bewertet, sind aber noch nicht ausgereift genug, um für eine Finanzhilfe in Betracht zu kommen. Die Unterstützung, die von der Europäischen Investitionsbank als maßgeschneiderte technische Hilfe geleistet wird, zielt darauf ab, die finanzielle oder technische Reife der Projekte voranzubringen, um sie dann im Rahmen künftiger Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für den Innovationsfonds erneut vorzulegen.

Bei der Projektentwicklung werden drei Großprojekte mit Standort in Deutschland mitfinanziert:

  • Das Projekt »Equigy CBP« mit Standorten in den Niederlanden, Deutschland und Italien der Equigy B.V.:  Das Projekt aus dem Bereich mit alternativen Energiespeicherung entwickelt eine Crowd Balancing Platform (CBP) zum Lastenausgleich im Netz und trägt so zur Versorgungssicherheit bei.
  • Das Projekt »CESAR« von Black Magic GmbH: Es beschäftigt sich ebenfalls mit alternativen Energiespeicherungen. Im Rahmen des Projekts wird die Synthese- und Elektrodenherstellungstechnologie für gekrümmtes Graphen entwickelt und auf ein höheres Niveau gebracht.
  • Das Projekt »VerBioChem«, das sich mit Biokraftstoffen und Bioraffinerien auseinandersetzt. Das in Deutschland und Ungarn angesiedelte Projekt entwickelt die erste Ethenolyse-Produktionsanlage ihrer Art, die erneuerbaren Kohlenstoff für die europäische grüne Wirtschaft liefern soll.

Nächste Schritte

Die im Rahmen der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für Kleinprojekte erfolgreichen Projekte beginnen nun mit der Ausarbeitung individueller Finanzhilfevereinbarungen. Diese Arbeiten sollten im vierten Quartal 2021 abgeschlossen sein, sodass die Kommission den entsprechenden Finanzhilfebeschluss annehmen und mit der Auszahlung der Finanzhilfen beginnen kann. Die Projekte haben bis zu vier Jahre Zeit, um zum finanziellen Abschluss zu kommen.

Projekte, denen im Rahmen der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für Großprojekte Unterstützung bei der Projektentwicklung angeboten wird, werden von der Europäischen Investitionsbank kontaktiert, um Einzelvereinbarungen zu schließen. Die Unterstützung soll dann im vierten Quartal 2021 beginnen.


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