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Li-Ionen- plus Redoxflow-Batterie: Windstrom auch bei Flaute

Eine Gesamtkapazität von 3 MWh erreicht das von Bosch konzipierte und gebaute Hybridbatteriesystem, das jetzt im Bürgerwindparks im schleswig-holsteinischen Ort Braderup in Betrieb ging. Es speichert den erzeugten Strom und speist ihn bei Bedarf ins Stromnetz ein.

Der Hybridspeicher besteht aus eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 2 MWh und einem Vanadium-Redoxflow-Speicher mit einer Kapazität von 1 MWh. Betrieben wird er mit einer eigens von Bosch entwickelten elektronischen Steuerung und der dazugehörigen Software.

»Der Speicher ermöglicht die Windstromversorgung auch bei Flaute und ist damit ein wichtiger Beitrag zu einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Energiesystem«, sagte Dr. Stefan Hartung, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, zum Start.

Der Hybridspeicher ist über ein rund 10 km langes Erdkabel an das Stromnetz der Schleswig-Holstein Netz AG angebunden. Kann das Stromnetz an der windreichen Küste Norddeutschlands den erzeugten Strom nicht mehr aufnehmen, springen die Batterien ein und speichern die elektrische Energie, um sie später bei Windstille wieder abzugeben. So müssen Windstromanlagen bei Netzüberlastung nicht heruntergefahren oder aus dem Wind gedreht werden. Zudem lässt sich so der Ausbau von Stromnetzen verringern.

Eine Woche lang Strom für 40 Häuser

Die Doppelbatterie kann die Energie sowohl kurz- als auch langfristig speichern. »Auf diese Weise lassen sich kurzfristige Schwankungen, wie sie bei der Windenergie üblich sind, je nach Bedarf optimal ausgleichen«, sagt Jan Martin Hansen, Geschäftsführer der Bürgerwindpark Braderup-Tinningstedt GmbH & Co. KG. Je nach Windstärke und Ladestatus der Batterie verteilt die von Bosch entwickelte Steuerung die Energie der Windräder auf die passende Batterie. Mit einer Gesamtspitzenleistung von 2325 kW speichert die Hybridbatterie in Braderup so viel Strom, dass sich rechnerisch 40 Einfamilienhäuser über eine Woche hinweg mit Elektrizität versorgen lassen.

Weder Förderung noch Steuervorteile

Die 200 privaten Investoren des Bürgerwindparks haben die sechs Windräder (jeweils 3,3 Megawatt) finanziert. Finanzierung und Betrieb des Hybridspeichers erfolgen über die gemeinsame Gesellschaft Energiespeicher Nord GmbH & Co. KG. Außer dem Bau der Batterien und der Steuerelektronik verantwortet Bosch auch die Systemintegration und den Testbetrieb verschiedener Betriebsvarianten in Braderup. Dazu gehören nicht nur der Eigenverbrauch des gespeicherten Stroms für den Windpark und das Stabilisieren von Stromnetzen, sondern auch das Vermarkten des Stroms im Regelenergiemarkt sowie der Handel an der Strombörse. Das Projekt finanzieren nur die 200 Investoren und Bosch, es erhält weder staatliche Förderung noch Steuervorteile.