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Lithium-Preise 2019: Stabil bis steigend – Nachfrageschub ab 2021

Der Bedarf an Lithium wächst stark – doch noch stehen Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht.

Blick auf eines der weltweit vermutlich größten Lithium-Vorkommens in bei Jadar in Serbien. Über 100 Mio. t sollen dort lagern Im Moment befoindet sich das Projekt noch in der Entwicklungsphase. Wenn alles gut geht, möchte Rio Tinto dort ab 2022 »Har Bildquelle: © Rio Tinto

Blick auf eines der weltweit vermutlich größten Lithium-Vorkommens im Jadar-Tal in Serbien. Über 100 Mio. t sollen dort lagern. Im Moment befindet sich das Projekt noch in der Entwicklungsphase. Wenn alles gut geht, möchte Rio Tinto dort ab 2022 »Hard Rock Lithium« abbauen.

Die Lithiumpreise haben sich 2018 ganz anders entwickelt als die meisten vorausgesehen hatten: Sie sanken obwohl der Bedarf weiter steigt. Grund war die befürchtete Überversorgung.

Die Kapazität der weltweiten Fertigungen für Lithiumionen-Batterien soll laut Benchmark Mineral Intelligence im vergangenen Jahr über 1 TWh erreicht haben, angetrieben von den vielen neuen elektrischen Autos, die die Hersteller bauen wollen, wie Investing News berichtet.  

Laut den Analysten von Roskill werde der Bedarf an Lithium zwischen 2018 und 2025 um über 21 Prozent pro Jahr wachsen. Die Durchdringung der E-Autos würde 2025 bereits 15 Prozent erreichen, 2018 waren es 2 Prozent. So richtig werde der Bedarf aber laut Senior Analyst Andrew Miller Benchmark Mineral Intelligence aber erst 2020/21 einsetzen. In diesem Jahr sieht er einen Preisanstieg von 13,5 Prozent voraus.

David Merriman, Division Manager von Roskill, geht davon aus, dass Angebot und Nachfrage im Lithiummarkt bis 2021 im Gleichgewicht blieben. Danach aber könnte die Nachfrage das Angebot stark übertreffen, weil es an der Finanzierung für den Aufbau neuer Kapazitäten fehle.

Weil 2018 doch neue Kapazitäten aufgebaut worden seien, die nun 2019 auf den Markt drücken, rechnet William Adams, Head of Research von Fastmarkets mit eher stabilen Lithiumpreisen für dieses Jahr.

Laut  Andrew Miller hinge viel davon ab, wie schnell die Förderung aus Erzen hochgefahren wird, die jetzt hochgefahren wird und in das das Karbonat und Hydroxid verwandelt werden kann, das der Batteriemarkt benötige.
Derzeit wird 66 Prozent des Lithiums aus Salzseen gewonnen. Es kommt aber auch in Pegmatiten vor, dann wird es »Hard Rock Lithium« genannt.

Das Erz wird in Minen mit Hilfe konventioneller Techniken abgebaut. Die Gewinnung ist zwar teurer als aus Salzseen, dafür ist in den Erzen mehr Lithium enthalten und es werden parallel auch andere Metalle wie Zinn und Tantal gewonnen. Zudem lässt sich für Batterien verwertbares Lithium daraus schneller aufbereiten als aus  Salzlaken, wo die Verarbeitungszeit bis zu zwölf Monate dauern kann. Vorkommen gibt es unter anderem in Australien. 8 Prozent des Lithiums stammt derzeit aus Sedimenten. Hier hat sich Rio Tinto den Zugriff auf ein Vorkommen in Serbien IM Jadar-Tal gesichert, das auf über 100 Mio. t geschätzt wird und das damit zu den größten Lithium-Vorkommen der Welt zählt. Die kommerzielle Förderung könnte 2023 beginnen.

Trotz des steigenden Bedarfs haben die Unternehmen, die Lithium für die Batterien fördern und aufbereiten, 2018 nicht davon profitiert. Denn die Investoren hielten sich zurück, so dass die Aktien der Unternehmen deutlich nachgaben, die Lithium sowie weitere für die Batterien erforderliche Metalle fördern. Offenbar hatten die Investoren befürchtet, dass sich Überkapazitäten bilden könnten.

Doch laut Andrew Miller von Benchmark seien zwar 2018 neue Kapazitäten hinzugekommen, von einer Lithiumschwemme aber, die etwa Morgan Stanley noch Anfang 2018 befürchtet hatte, sei im Jahresverlauf nichts zu spüren gewesen. Dennoch hätten sich die Anleger nach der Analyse von Morgan Stanley gegenüber Lithium im vergangenen Jahr sehr vorsichtig verhalten.  

Dass der Preis für Lithium dann stärker gefallen ist, als viele Analysten noch zu Anfang des Jahres 2018 erwartet hatten, sei vor allem der besonderen Entwicklungen in China zuzuschreiben. Es sei aber ein Fehler, immer nur auf den chinesischen Markt zu blicken. Andererseits aber seien neue Kapazitäten nicht so schnell hinzugekommen, wie viele dachten, so dass die Preise nicht unter das Niveau von 2015 zurückgefallen seien.

Benchmark Mineral Intelligence rechnet für die Zukunft damit, dass die Batteriehersteller sehr viel Nickel, Kobalt und Magnesium für die Kathoden benötigten. 44 Prozent der großen Batteriewerke würden diese Metalle bis 2028 einsetzen – 534.000 t seien erforderlich.