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Phoenix Contact: »Wir sind der Pionier der Schnellladung«

Im Bereich der Ladetechnik für Elektromobilität zählt Phoenix Contact zu den Pionieren der Branche. Michael Heinemann, General Manager der Phoenix Contact E-Mobility, will in Zukunft vor allem das High Power Charging (HPC) weiter ausbauen.

Heinemann Bildquelle: © Markt&Technik

Michael Heinemann, Phoenix Contact E-Mobility: »Wir bewegen uns in einem Markt mit sehr hoher Wachstumsdynamik. High Power Charging wird für den Markterfolg der Elektromobilität in Zukunft von entscheidender Bedeutung sein!«

Das dynamische Wachstum der Branche will Heinemann zu jährlichen Umsatzverdoppelungen nutzen.

Frage: Herr Heinemann, Sie haben zum Jahresbeginn die Verantwortung als General Manager bei Phoenix Contact E-Mobility übernommen. Was hat Sie an der Aufgabe besonders gereizt?

Michael Heinemann: Ich habe mich zuerst einmal gefreut, dass man mir diese Verantwortung übertragen hat! Ich war zuvor rund 20 Jahre im Bereich Stromversorgungen tätig und habe geholfen, diesen Bereich erfolgreich aufzubauen. Bei E-Mobility ist die Ausgangssituation ähnlich, das Ganze hat noch den Charakter eines riesigen Startups. Neben einem gewissen Know-how in puncto Power bedarf es in meinem neuen Job auch einer gewissen Affinität zum Auto. Ich denke, ich werde beiden Anforderungen ganz gut gerecht.

Das Stromversorgungsgeschäft gilt als konservativ. Ist die hippe E-Mobility-Tochter nun das genaue Gegenteil davon?

Es herrscht schon ein ganz eigener Geist in dieser Branche. Da ist aller Orten Aufbruchsstimmung zu spüren. Die Leute wollen etwas bewegen. Entscheidungen werden meistens deutlich schneller getroffen und umgesetzt, als das in der klassischen Industrie der Fall ist. Und man erwartet auch eine gewisse Identifizierung. Nachdem ich zu Beginn einige Male danach gefragt wurde, wie meine Fahrt zum Kunden verlaufen sei, habe ich mich schnell vom Diesel auf einen Plug-in-Hybrid umgestellt. Inzwischen lege ich die Fahrten zwischen unseren Standorten etwa in Blomberg, Paderborn, Schieder und Bad Pymont bei Geschwindigkeiten bis 140 km/h ausschließlich elektrisch zurück. Und die Performance ist absolut überzeugend! Der nächste Wagen wird dann vollelektrisch. Die Automobilhersteller haben sehr gute Modelle, die in Kürze auf den Markt kommen.

Phoenix Contact selbst bewegt sich bereits seit zehn Jahren im Bereich Ladetechnik und Ladeinfrastruktur, ist also absolut kein Spätstarter in diesem Bereich.

Es gab vor 10 Jahren eine Anfrage für einen Ladestecker aus China. Phoenix Contact als Steckerspezialist hat die Chance ergriffen, und schon kurz darauf erhielten wir die zweite Anfrage. Das war der größte Stecker, den wir jemals hergestellt haben. Er diente der Ladung von Bus-Batterien. Allein BYD hat in China einen Großteil der rund 385.000 Elektrobusse, die dort aktuell landesweit im Betrieb sind, auf die Straße gebracht. In Summe hat Phoenix Contact in den letzten 10 Jahren einige 100.000 Ladestecker in den Markt geliefert.