Intilion und Stadtwerke Bielefeld

Regelleistung für Pionier-Hybridspeicherprojekt gesteigert

23. August 2022, 16:13 Uhr | Kathrin Veigel
Intilion Stadtwerke Bielefeld Hybridspeicher
Kraftpaket: Intilions Hybridspeicher für die Stadtwerke Bielefeld.
© Intilion

Intilion hat einen bei den Stadtwerken Bielefeld installierten Megawatt-Hybridspeicher erneut für die Ausschreibung von Regelenergie präqualifiziert. Das Gerät kann nicht nur überschüssigen Strom zwischenspeichern, sondern die Energie auch zum Aufheizen des Fernwärmewassers nutzen.

Durch die Anpassung der Regelparameter in den Control Units ist es dem Speicherexperten Intilion jetzt gelungen, die Leistung am Netzanschlusspunkt schneller auszuregeln und dadurch den steigenden Anforderungen der Übertragungsnetzbetreiber zu genügen und die Primär- und Sekundärregelleistung (PRL und SRL) nachträglich zu erhöhen.

Seit April 2021 vermarkten die Stadtwerke Bielefeld die Energie des Hybridspeichers im PRL-Markt des Übertragungsnetzbetreibers Tennet. »Unser Hybridspeicher war mit 7,32 Megawatt bereits einzigartig und kann jetzt noch mehr Leistung zur Verfügung stellen«, erklärt Klaus Danwerth, Leiter des Geschäftsbereichs Erneuerbare Energien und Dezentrale Erzeugung bei den Stadtwerken Bielefeld.

Das System besteht aus einem Batteriespeicher mit rund 22.000 zu Batteriemodulen verschalteten Lithium-Ionen-Zellen und aus zwölf Widerstandsheizern, die Wärme für das Fernheiznetz erzeugen. Sie enthalten jeweils acht Heizelemente mit einer Leistung von je 80 Kilowatt.

»Mit der angepassten Regelung ist uns eine Leistungserhöhung um circa 80 Kilowatt gelungen«, so Christoph Bürger, Applikations-Ingenieur bei Intilion. Für die Präqualifizierung hat das Unternehmen die geforderte Betriebsfahrt (die sogenannte Doppelhöckerkurve) absolviert und erfolgreich die gewünschten 7,5 Megawatt innerhalb von 30 Sekunden ausgeregelt und diese über die gesamte Erbringungsphase konstant gehalten. »Mit der Betriebsfahrt haben wir die Bedingungen für die positive SRL und die positive PRL erfüllt. Die negative PRL musste nicht erneut präqualifiziert werden, da wir diese schon bei der ersten Präqualifizierung im November 2020 erfolgreich mit 7,5 Megawatt abschließen konnten«, erklärt Bürger.

Nach Auswertung der Messdaten im transienten und stationären Bereich des zuständigen Übertragungsnetzbetreibers kann der Speicher am Regelmarkt mit 7,5 Megawatt für PRL und SRL vermarktet werden. Das Besondere an dieser erneuten Präqualifikation ist, dass die Speicherkapazität der Batterie bei circa 7,6 Megawattstunden liegt und in Kombination mit den E-Heizern eine vermarktbare Leistung von 7,5 Megawatt einzigartig ist.


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