Phoenix Contact

»Wir sind der Pionier der Schnellladung«

01. Juli 2019, 14:43 Uhr   |  Engelbert Hopf


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Standardisierung bei Phoenix Contact

Das klingt nach einzelnen, individuellen Aufträgen. Ab wann hat sich Phoenix Contact dann mit dem Thema Standardisierung beschäftigt?

Wir haben sehr schnell gemerkt, dass wir uns in diesem Bereich dringend engagieren müssen, und tun das bereits seit 2010. Wir sind sogar Gründungsmitglied der CharIN, der Organisation, die sich die weltweite Etablierung des Combined Charging Systems, kurz CCS, zum Ziel gesetzt hat. Denn die Weiterentwicklung und weltweite Standardisierung einer modernen und alltagstauglichen Ladeinfrastruktur ist ein entscheidender Erfolgsfaktor auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Mobilität. Dank des heutigen CCS-Standards, den wir maßgeblich mitentwickelt haben, ist heute in weiten Teilen der Welt das AC- und DC-Laden mit nur einer Ladedose im Fahrzeug möglich.

Den letzten Erfolg der Standardisierungsbemühungen stellt wohl das High Power Charging, kurz HPC, dar. Welche Möglichkeiten bietet es, und welche speziellen Herausforderungen sind mit seiner Realisierung verbunden?

Unsere patentierte HPC-Technologie ermöglicht es, mit Spannungen bis zu 1000 V und Ladeströmen bis 500 A zu arbeiten. Dank einer Ladeleistung von 500 kW ist es möglich, innerhalb von 3 bis 5 Minuten etwa 100 km Reichweite zu laden. Damit nähern wir uns in etwa einem normalen Tankvorgang. Um die Sicherheit einer solchen Ladung zu gewährleisten, werden in unserem System alle wichtigen Parameter wie etwa Temperatur, Schock und Leckage permanent überwacht. Unsere Lösung dafür ist ein aktiv gekühltes System, das ein umweltfreundliches Wasser-Glykol-Gemisch als Kühlflüssigkeit verwendet. Und natürlich ist diese Steckerlösung vollständig CCS-kompatibel!

Wie viele HPC-Tankstellen stehen inzwischen bereits zur Verfügung?

In den Markt gebracht wurden die ersten Systeme 2018. Heute sind bereits über 400 HPC-Tanksäulen in Betrieb. Der Großteil davon befindet sich auf Autohöfen und Raststätten, denn unser HPC-System kommt überall dort zum Einsatz, wo Fahrer von Elektrofahrzeugen besonders wenig Zeit mitbringen.

In welchen Bereichen der Ladetechnik und -infrastruktur ist Phoenix Contact inzwischen konkret tätig? Werden Sie mit Ihrem Know-how direkt als Ladesäulenanbieter am Markt auftreten?

Letzteres kann ich definitiv verneinen! Das ist eine strategische Unternehmensentscheidung. Phoenix Contact wird in diesem Bereich nicht als Ladesäulen-Anbieter am Markt auftreten, wir wollen nicht in Konkurrenz zu unseren Kunden treten. Unser erklärtes Ziel ist es dagegen, dem Markt ein breites, skalierbares Portfolio aus aufeinander abgestimmten Komponenten inklusive Software anzubieten. Das beinhaltet auch Schnittstellen zur Einspeisung erneuerbarer Energien, sowie die Kopplung mit Netzleittechnik, Gebäude- und Energiemanagement. Unser Angebot reicht da von Ladekabeln und Ladedosen bis hin zu Steuerungen und Software sowie der notwendigen Verbindungs- und Automatisierungstechnik. Mit anderen Worten: Wir liefern fast alles, was man zum Aufbau von Ladesäulen und Wallboxen sowie deren Vernetzung untereinander braucht.

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3. "...Wachstum in China war extrem..."

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