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Netzteile mit Einzelsicherungsoption: Wann sind Zweifach-Absicherungen unzulässig?

Da die NEC-, CEC- und IEE-Verdrahtungsvorschriften sowie IEC 364 den Einsatz einer Sicherung im Neutralleiter fest installierter Geräte verbieten, bietet TDK-Lambda für eine Reihe von Netzteilen mit Industrie- und Medizin-Zertifizierung eine Einzelsicherungsoption an.

TDK-Lambda Bildquelle: © TDK-Lambda

Seit vielen Jahren sind AC-DC-Netzteile für den medizinischen Markt nicht nur nach der medizinischen Norm IEC 60601-1, sondern auch nach der industriellen Norm IEC 60950-1 und ganz aktuell auch nach IEC 62368-1 sicherheitsgeprüft. Durch die doppelte Zertifizierung reduziert sich die Anzahl der einzelnen Modellnummern, die produziert und gelagert werden müssen. Dies verbessert die Produktionseffizienz und reduziert die Menge der Bestände in der Distribution und der Lieferkette. Ein gewisser Kostenfaktor ist, dass in vielen medizinischen Anwendungen zwei AC-Eingangssicherungen benötigt werden, eine im Phasen- und eine im Neutralleiter.

Eine doppelte Sicherung ist notwendig, um einen vollständigen Schutz zu gewährleisten, wenn die Polarität der Phasen- und Neutralleitung zur Stromversorgung vertauscht werden könnte. Dies kann auf einen Verkabelungsfehler an der AC-Steckdose des Gebäudes oder in der Versorgungsleitung zur Stromversorgung zurückzuführen sein oder bei symmetrischen Netzsteckern, wie etwa dem Schuko-Stecker, auf einen um 180 Grad gedrehten Stecker.

Warum werden aber nun bei den neuen medizinisch-industriellen Stromversorgungen von TDK-Lambda Geräteversionen mit nur einer Sicherung angeboten? Zwei Schutzvorrichtungen sollten doch besser sein als eine? Ganz so einfach ist das aber nicht, der Unterschied liegt an mobilen und fest installierten Geräten.

Wenn ein Industriesystem mehr Strom verbraucht, als für eine normale AC-Steckdose erlaubt ist, muss es dauerhaft mit einem Verteiler oder einer Gebäudeverkabelung verbunden sein. Diese Aufgabe wird in der Regel von einem Elektrofachmann ausgeführt, der sich der möglichen Gefahren einer Verpolung bewusst ist. Das Bild zeigt eine Stromversorgung, die an den AC-Eingang angeschlossen ist, während der Neutralleiter an die Erdung im Verteiler angeschlossen ist.

Im Falle eines Überstromfehlers in der Stromversorgung oder einer Alterung der Sicherung besteht eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass sich entweder F1 oder F2 öffnet. Wenn F2 geöffnet werden sollte, wird ein Servicetechniker davon ausgehen, dass die Stromversorgung spannungsfrei ist. Versehentlicher Kontakt mit der Leitung beim Berühren der Erdung würde aber zu einem elektrischen Schlag führen. Dies ist umso wahrscheinlicher, wenn es sich bei dem betreffenden Netzteil um eine offene Konstruktion ohne Gehäuse handelt.

TDK-Lambda Bildquelle: © TDK-Lambda

Fest installierte AC-DC-Stromversorgung.

Um dies zu vermeiden, verbieten die NEC-, CEC- und IEE -Verdrahtungsvorschriften sowie IEC 364 ausdrücklich den Einsatz einer Sicherung im Neutralleiter von fest installierten Geräten. Um dem zu entsprechen, muss eine Stromversorgung mit nur einer Sicherung gewählt werden. Dies kann durch die Verwendung einer Industriestromversorgung oder einer medizinisch-industriellen Stromversorgung mit der Option einer Sicherung erreicht werden. Wie so oft ist auch hier die Anwendung entscheidend für die Auswahl der richtigen Stromversorgung. TDK-Lambda bietet Einzelsicherungsoptionen für mehrere medizinisch und industriell zertifizierte Stromversorgungs-Baureihen wie etwa die Produktlinie CUS 150M an.