Vision für das Energiesystem 2050

100 Prozent Versorgung mit erneuerbaren Energien möglich

11. Januar 2023, 12:20 Uhr | Kathrin Veigel
VDE Erneuerbare Energie
Erneuerbarer Strom und erneuerbares Gas wie grüner Wasserstoff werden die Grundlage für unser Energiesystem bilden, so die aktuelle VDE-Studie Zukunftsbild Energie
© malp/Adobe Stock

Eine Task Force der VDE ETG, der Energietechnischen Gesellschaft im VDE, hat eine neue Studie mit der Vision für das Energiesystem im Jahr 2050 vorgelegt: Darin wird der Gedanke verfolgt, dass sich Deutschland 2050 zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgen kann.

Die Autorinnen und Autoren der Studie »Zukunftsbild Energie« sind sich einig, dass das zukünftige Energiesystem eine Kombination aus zentralen und lokalen Elementen in eher dezentralen Strukturen aufweisen wird. Es basiert auf kleineren und größeren Erzeugungseinheiten wie Photovoltaik, Onshore- und Offshore-Wind, wo möglich auch Geothermie, biogenen nachwachsenden Brennstoffen sowie Wasserkraft.

Solarenergie und Windenergie werden die vorrangigen Energiequellen sein. Die Anzahl der Erzeugungseinrichtungen wird sich von etwa zwei Millionen heute immens weiter erhöhen, mehr und mehr hin zu lokalen bzw. regionalen Einheiten mit eigenständiger Planung, Betrieb und Optimierung.

Sichere und bezahlbare Energieversorgung

Lokal verfügbare, erneuerbare Energiequellen in Kombination mit Speichern können entscheidend zur Sicherheit, aber auch zur Bezahlbarkeit der Energieversorgung beitragen. Um sich der in der Studie beschriebenen Vision 2050 zu nähern, werden Handlungsempfehlungen gegeben, die sich an Fachwelt und Gesellschaft gleichermaßen richten.

Dazu gehört etwa, ein Schwerpunktprogramm zur Flexibilisierung des Energiesystems zu etablieren. Strom aus erneuerbaren Energien muss in allen Bereichen bevorzugt genutzt werden. Hierzu ist die Sektorenkopplung verstärkt voranzutreiben. Schließlich muss der Behebung des Fachpersonalmangels höchste Priorität eingeräumt werden.

Viele neue Akteure auf dem Energiemarkt

Die Anzahl und Diversität von Marktteilnehmenden werden sich stark vergrößern. Die zentrale Position der heutigen großen Erzeuger wird sich verlieren. Neue Marktteilnehmende wie Energiekommunen und Genossenschaften werden ebenso Akteure in diesen Märkten sein wie auch Vertreter aus anderen Branchen und Industrien, beispielsweise Mobilitätsanbieter oder Immobilienfirmen.

Die Expertinnen und Experten der ETG weisen darauf hin, dass die jetzt im Kontext der Energiekrise getroffenen Maßnahmen zukunftstauglich und kompatibel mit dem Energiesystem der Zukunft sein müssen. Die Lösung und der Weg dorthin werden zu einem wichtigen Treiber für Wirtschaftswachstum und Wohlstand in Deutschland, einem an natürlichen Ressourcen armen Land.


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