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vbw-e.V.-Energiewende-Monitoring 2017: Energiewende: Überteuert, planlos und ziellos

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Was bekommt man für 520 bis 1.000 Milliarden Euro?

Parallel zu Deutschlands Reduktion seiner CO2-Emissionen auf jährlich rund 800 Millionen Tonnen »sind sie in China allein von 2010 bis heute um insgesamt rund 2 Milliarden Tonnen gestiegen«, relativierte Gaffal die mögliche Wirksamkeit deutscher Klimapolitik. Er kritisierte, dass Deutschland sich – über internationale Vereinbarungen hinausgehend – freiwillig strengste Sonderpflichten auferlegt: »Danach müssen die CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 bis 2030 um mindestens 55 Prozent gemindert werden. Die Prüfung der technologischen und wirtschaftlichen Machbarkeit fehlt.«

Das »Arbeitsplatzwunder« erneuerbarer Energien ist ausgeblieben, die meisten deutschen Solarhersteller sind insolvent, oder gehören arabischen Investoren, weil China seinen Unternehmen ungestraft unbegrenzte Kredite und staatliche Förderungen zukommen lässt. Nach dem für Deutschland verlorenen Subventionswettlauf schafft die Installation von Solaranlagen in Deutschland vor allem in China Arbeitsplätze. Erfolgreicher »Strukturwandel« sieht anders aus.

Der vbw Präsident forderte, künftig auf nationale Alleingänge zu verzichten, die Bürger und Unternehmen über Gebühr belasten, technologieneutral Politik zu betreiben und pragmatische Wege, wie die steuerliche Absetzbarkeit von Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung«, zu nutzen, um schnell und kosteneffizient die Energie-, CO2- und Effizienz-Bilanz Deutschlands zu verbessern.

(Fast) teuerste Energiepreise Europas, (global gesehen) minimalste CO2-Einsparungen, wenige neue Arbeitsplätze bei hoher Belastung der Bürger und Wirtschaft: 2017 fällt die Energiewende-Bilanz sehr ernüchternd aus.

Dabei stehen erneut hunderte Milliarden zusätzlicher Belastungen bevor, weil es am ausgearbeiteten Plan für ein neues Energiesystem, oder eine neue Infrastruktur als Ziel und eine Diskussion über die technologisch möglichen und bezahlbaren (!) Wege mangelt.

Bislang hat die Politik vergessen, dass man für volatile erneuerbare Energien Speichermedien braucht. Das Versäumnis möchte man den Bürgern aber noch eine Weile verheimlichen, genauso wie die zusätzlichen großen Milliardenbeträge, die die Volkswirtschaft hierfür aufbringen muss. Dass deutsche Politik gemachte Fehler oder Unwissen eingesteht, gehört leider nicht zu ihrer Kultur.

Es gehe nicht um den «Erhalt der Stromerzeugung aus Kernenergie oder aus Kohle«, sagte der vbw-Präsident Alfred Gaffal. Es fehle schlicht ein Gesamtplan, wie der Wegfall von ganzen Energieträgern kompensiert werden kann, »ohne die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft zu gefährden«. Wo er Recht hat, hat er Recht.