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Mittelfristige Stromverbrauchsprognose: Stromverbrauch sinkt, Eigenversorgung steigt

So lässt sich vereinfacht die Mittelfristprognose des bundesweiten Stromverbrauchs für die Jahre 2019 bis 2023 zusammenfassen, die das Fraunhofer ISI für die Übertragungsnetzbetreiber erstellt hat.

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Die Studie »Mittelfristprognose zur Deutschland-weiten Stromabgabe an Letztverbraucher für die Kalenderjahre 2019 bis 2023« erstellte das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI mit der Uni Duisburg-Essen und dem House of Energy Markets für die deutschen Übertragungsnetzbetreiber, denen sie als zentrale Referenz für die Entwicklung der dezentralen Eigenversorgung in Deutschland dient, wieviel Strom also von den Letztverbrauchern benötigt wird und von den Energieversorgern geliefert werden muss.

Der Nettostrombedarf soll zwischen 2017 und 2019 unter anderem durch erhöhte Effizienz um 1,8 Terawattstunden (TWh) sinken. Anna-Lena Klingler, Projektleiterin am Fraunhofer ISI erklärt:

»Für 2019 prognostizieren wir einen leichten Anstieg der Eigenversorgung auf etwa 67 TWh, also um etwa 1,4 Prozent gegenüber 2017. Dieser Anstieg resultiert vor allem aus der Installation von Photovoltaikanlagen in privaten Haushalten. Die Eigenversorgung durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bleibt aufgrund der komplexen Gesetzgebung und der vergleichsweise geringen Förderung relativ konstant. Allerdings werden Bestandsanlagen zunehmend modernisiert und ersetzt: Im Jahr 2019 wird für 3,4 TWh des selbst erzeugten Stroms eine anteilige Umlage entrichtet, davon entfallen 2,5 TWh auf Strom aus KWK-Anlangen.«

Der sogenannte privilegierte Letztverbrauch der stromkostenintensiven Kunden, die aufgrund der Besonderen Ausgleichsregelung (BesAR) nur eine reduzierte EEG-Umlage entrichten müssen, beläuft sich laut Analysen des Fraunhofer ISI im kommenden Jahr auf 114 TWh. Der nicht-privilegierte Letztverbrauch, für den die EEG-Umlage in voller Höhe zu entrichten ist, beträgt im kommenden Jahr voraussichtlich 344 TWh – eine Senkung um 2,8 TWh.

Anna-Lena Klingler erklärt diesen Rückgang mit einer Kombination aus sinkendem Strombedarf, steigender Eigenversorgung und relativ konstanter BesAR-Strommenge. Die Umlagezahlungen der Letztverbraucher (privilegiert und nicht-privilegiert) tragen zur Finanzierung der Erneuerbaren Energien bei, die sich etwa gleichmäßig auf die Nachfragesektoren Haushalte, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (GHD) sowie Industrie verteilt.