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Bayernwerk: Erfindung minimiert einpolige Fehler in Hochspannungsnetzen

Traditionell kommt es vor allem morgens in Hochspannungsnetzen zu Spannungseinbrüchen. Ingenieure des Bayernwerks konnten die Ursache identifizieren und sie mit einer einfachen Vorrichtung weitgehend abstellen.

Schutzteller Bildquelle: © Bayernwerk

Der Schutzteller wird oberhalb eines Isolators angebracht.

Das Phänomen der in Hochspannungsnetzen meist am frühen Morgen auftretenden einpoligen Fehler, die zu Spannungseinbrüchen führen, ist lange bekannt. Als Ursache für die Überbrückung glaubte man, den von großen Vögeln parallel  zu Isolatoren abgegebenen Kotstrahl identifiziert zu haben. Mitarbeiter der Bayernwerke fanden, dass eher eine (auch von Vögeln verursachte) Verschmutzungsschicht auf den Isolatoren ursächlich ist, die, wenn sie wie am Morgen feucht wird, die Überbrückung herstellt.

Die Ingenieure stellten in zweijähriger Entwicklungszeit Schutzteller für die Isolatoren her, die den Verschmutzungsgrad, sowie auch die einpoligen Fehler, stark reduzieren. Im Landkreis Eichstätt wurden vom Bayernwerk und der Main-Donau Netzgesellschaft zunächst 144 Hochspannungs-Maste mit den Schutztellern ausgestattet. »Wir haben schnell gemerkt, dass die Spannungsschwankungen dort, wo unser Schutzteller im Einsatz ist, deutlich zurückgehen«, sagt Wolfgang Tauber,  Netzleitstellenverantwortlicher der Bayernwerk Netz GmbH und Mitentwickler der Schutzteller.

Seit Juni 2017 testete das Bayernwerk die Schutzteller auf einer Strecke von 120 Kilometern. »Um sage und schreibe bis zu 70 Prozent wurde eine Senkung der Spannungseinbrüche auf den Teststrecken registriert« so Wolfgang Tauber, der die Teller daraufhin nochmals überarbeitete. Bislang sind 5.000 Schutzteller montiert, bis Ende 2019 sollen weitere 12.500 Schutzteller angebracht werden.

Aufgrund der guten Ergebnisse stattet die Main-Donau Netzgesellschaft in einem Projekt mit der Bayernwerk Netz GmbH 45 km Hochspannungsleitungen von Großmehring bis in die Nähe von Preith mit Schutztellern aus. Insgesamt erhalten 144 Maste bis Ende Februar 2019 je sechs Teller. Gerald Höfer, Geschäftsführer der Main-Donau Netzgesellschaft, erklärt: »Nach den positiven Erfahrungen aus den Feldtests möchten wir mit diesem Pilotprojekt auch Erfahrungen in unserem eigenen Netz sammeln. Wir sind gespannt, ob sich die erwarteten Erfolge auch in unserem Netz einstellen und werden daraus weitere Maßnahmen ableiten. Da die aus den Fehlern resultierenden Spannungseinbrüche über den eigentlichen Fehlerort hinaus regional spürbar sind und nicht an den Eigentumsgrenzen der Stromnetze halt machen, profitieren die Kunden beider Netzbetreiber von diesem gemeinsamen Pilotprojekt.«