Ortsnetztrafo 4.0 in München am Start

Digitalisierung bietet deutlichen Mehrwert

15. März 2021, 16:00 Uhr   |  Kathrin Veigel


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Anbindung ans Energiemanagementsystem

Aggregiert und analysiert werden die von den TSM in den Trafostationen gefunkten Daten in einem Energiemanagementsystem namens Smart City Control von Krumedia, das auch die Parser erstellt hat, wodurch auch Anbindungen an andere LoRa-Plattformen gelungen sind. Die TSM besitzen diverse digitale und analoge Eingänge sowie Sensoren und bieten eine Vielzahl von Funktionen, um Spannungen, Stromstärken und Temperaturen zu messen.

Auf Basis der so gesammelten Daten können sie den Zustand einer Trafostation umfassend analysieren und einfache Aktionen automatisch auslösen – zum Beispiel Kurzschlussabschaltungen selbsttätig zurücksetzen. In einem zukünftigen, weiteren Schritt wird bei den Stadtwerken München die Einbindung der TSM-Daten über eine vorhandene Schnittstelle ins Prozessleitsystem der Netzführung realisiert.

Mit Digitalisierung die Kosten des Netzbetriebs senken

Zum Abschluss der Langzeittests mit rund 50 der insgesamt mehr als 5.000 Trafostationen der Stadtwerke München zeigt sich, dass mit Hilfe von LoRa-Technik diese Netzebene sicher und günstig vernetzt und digitalisiert werden kann. Damit verfügen die SWM über völlig neue Möglichkeiten, um den Netzzustand zu beurteilen, Fehlerzustände frühzeitig zu erkennen und Netzausfallursachen zu analysieren.

Änderungen beim Verbrauch lassen sich auf diese Weise ebenso frühzeitig erkennen wie Schwankungen bei der Einspeisung durch dezentrale Erzeuger. Die Ausfallzeiten der überwachten Mittelspannungsringe im Störungsfall verringerte sich ebenso wie die Anzahl der Service-Einsätze vor Ort, was eine deutliche Senkung der Netzausfallkosten nach sich ziehen kann.

»Wo die TSM im Einsatz sind, registrieren wir eine wesentliche Verbesserung der Informationslage. Für uns ist dies Grund genug, in den kommenden Monaten große Teile unserer Netztrafostationen zu digitalisieren und neben den Verbrauchern auch die Erzeuger einzubinden – der Nutzen überwiegt bei weitem die Kosten«, beschreibt Andreas Mattivi von den Stadtwerken München die Erfahrungen mit der Lösung.

Die Rentabilität des Digitalisierungsprojekts betont auch Uwe Scholz von Comtac, bei der die Trafo-Stations-Monitore produziert werden: »Aus heutiger Sicht gehen wir von wenigen Jahren für die Vollamortisation der Kosten für die Hard- und Software aus – was derartige Projekte für wirtschaftlich denkende Versorger fast schon zur Pflicht macht.«

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