BESTens für die Zukunft aufgestellt

Universität Bremen bekommt Forschungszentrum für Energiesysteme

5. Mai 2022, 14:03 Uhr | Kathrin Veigel
Uni Bremen BEST
Schaltzentrale eines großen Energieerzeugungsunternehmens in Dachau. Der vielschichte und komplexe Aufbau moderner Energiesysteme ist Gegenstand einer neuen fachübergreifenden Forschungseinrichtung der Universität Bremen.
© TenneT/Thomas Köhler

An der Universität Bremen wurde heute das BEST – Bremer Forschungszentrum für Energiesysteme eröffnet. Professorinnen und Professoren aus unterschiedlichsten Fachgebieten haben sich hier zusammengeschlossen, um auf dem breiten Gebiet der Energiesysteme an Lösungen für die Zukunft zu arbeiten.

»Die Herausforderungen auf dem Energiesektor sind unglaublich vielschichtig. Die Lösungen können nur fachübergreifend gefunden werden«, erklärt Volkswirtschafts-Professorin Jutta Günther, die von Beginn an im Lenkungskreis der neuen Einrichtung mitgewirkt hat und im Herbst neue Rektorin der Universität Bremen wird. »Das ist längst nicht mehr nur Sache einfallsreicher Expertinnen und Experten aus den Ingenieurwissenschaften oder der Physik. Die Energieerzeugung und -versorgung von morgen bringt auch vielfältige industriemathematische, sozialwissenschaftliche, volkswirtschaftliche, rechtliche und kulturwissenschaftliche Fragen mit sich. Um am Ende zu allseits anerkannten Lösungen zu kommen, muss man die Problematik aus vielen Richtungen angehen.«

Das neue Forschungszentrum BEST hat daher das Ziel, an der Universität Bremen das Forschungs- und Transfernetzwerk Energiewissenschaften aufzubauen, seine Aktivitäten zu koordinieren, inneruniversitäre Kooperationen und Synergien in Forschung und Lehre zu fördern, die Kontakte zu Wirtschaftsunternehmen auszubauen und das Netzwerk national und international sichtbar zu machen.

Das Motto lautet: Energie für Wirtschaft und Gesellschaft

»Die Einrichtung ist Bestandteil des noch relativ neuen Forschungs- und Transferschwerpunkts Energiewissenschaft des Wissenschaftsplans 2025 des Landes Bremen«, so Professorin Johanna Myrzik, die BEST als Sprecherin leitet. Der Wissenschaftsplan legt die Schwerpunkte für die bremische Wissenschaftspolitik fest. Die Energiewissenschaften sollen in ihm künftig fest verankert werden.

»Unser neues Forschungszentrum will künftig die reichhaltige Expertise der Universität Bremen sowie der außeruniversitären Forschungsinstitute und Hochschulen des Landes zusammenführen, um die Zukunftsfragen der Energiesysteme und Energieversorgung zu lösen. Das Motto ist: Energie für Wirtschaft und Gesellschaft. Große Bedeutung hat dabei der interdisziplinäre Ansatz, um Antworten auf komplexe Verknüpfungen von Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit, gesellschaftlicher Akzeptanz und Wettbewerbsfähigkeit von Energiesystemen zu finden«, so Johanna Myrzik weiter. Bestehende Forschungs- und Laborinfrastrukturen sollen gemeinsam genutzt und zu einer ganzheitlichen »Transformationsplattform Energiewissenschaft« ausgebaut werden. 

Vom Land Bremen wird der Aufbau des Forschungszentrums bis 2025 mit einer Anschubfinanzierung unterstützt. Sie dient dem Aufbau und der Zusammenführung des wissenschaftlichen Netzwerkes, der Projektkoordination und dem Projektmanagement sowie der Öffentlichkeitsarbeit. An der Universität Bremen sind vielfältige Kompetenzen rund um das Thema Energieforschung an verschiedensten Fachbereichen und Instituten angesiedelt. Zudem hat Bremen als Standort generell eine wichtige Bedeutung im Bereich der Windenergieforschung.

»Das Zusammenspiel von technisch-wirtschaftlichen mit ökologischen und gesellschaftlichen Prozessen ist sehr komplex miteinander verknüpft. Viele Forscherinnen und Forscher an der Universität, den außeruniversitären Instituten und weiteren Forschungseinrichten arbeiten sehr erfolgreich, aber eben teilweise auch mit sehr starkem Fokus auf ihr Fachgebiet. Dieses Wissen zusammenzuführen und mit weiteren wissenschaftlichen Fachgebieten zu verknüpfen, garantiert erst Lösungsansätze, die auch von der Gesellschaft akzeptiert werden. Und natürlich müssen die Energiesysteme von morgen auch wettbewerbsfähig sein«, sagt Johanna Myrzik.

Breites Netzwerk arbeitet auf der Plattform BEST

In BEST als Plattform, die inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit gewährleistet, arbeitet künftig ein breites Netzwerk aus rund 20 Professorinnen und Professoren und ihren wissenschaftlichen Mitarbeitenden zusammen. Im Moment sind es die Fachbereiche Physik/Elektrotechnik, Mathematik/Informatik, Produktionstechnik, Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft und Kulturwissenschaft, die hier kooperieren. Die gemeinsame Arbeit zu Energiesystemen soll zeitnah auch ein Forschungs- und Transfernetzwerk der Universität Bremen werden.

Aus BEST heraus sind bereits gemeinsame, fachbereichsübergreifende Projektanträge und verschiedene Vorhaben – unter anderem zur Wasserstoffforschung – initiiert worden. Dies umfasst unter anderem die Einrichtung einer interdisziplinären Ringvorlesung, die Einrichtung eines Doktoranden-Kolloquiums sowie das Projekt Bremer Campus-Energielabor.


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