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Hochtemperatur-Supraleitung: AmpaCity erhält Deutschen Innovatonspreis für Klima & Umwelt (IKU)

In Essen ersetzt das ein Kilometer lange supraleitende 10kV-Kabel seit April 2014 ein herkömmliches 110kV-Kabel. Damit wurden bislang 35 Millionen kW Strom übertragen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks verlieh den Projektpartnern RWE, Nexans und KIT jetzt den IKU.

AmpaCity Bildquelle: © IKU

RWE Technikvorstand Dr. Joachim Schneider (3. von rechts) und die übrigen Projektpartner freuen sich über die Auszeichnung.

Die Hochtemperatur-Supraleitung geht zurück auf die Forschung von Alex Müller und Johannes Georg Bednorz, die dafür 1987 den Physik-Nobelpreis erhielten. Sie erlaubt durch supraleitende Materialien – im Essener Fall einer speziellen Keramik - den widerstandslosen Stromtransport bei minus 200 °C statt minus 270 °C. Bei dieser Temperatur wird das Kabel zum idealen elektrischen Leiter. Das Essener Kabel realisiert mit einem Kilometer die längste Supraleitungsstrecke der Welt. Es wird mit Stickstoff gekühlt und kann pro Kabelquerschnitt fünfmal so viel Energie transportieren wie herkömmliche Kupferkabel.

Dem Projekt AmpaCity ging eine technische Machbarkeitsstudie unter Leitung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) voraus. Sie errechnete beim Umstieg auf 10kV-Supraleiter in innerstädtischen Verteilnetzen mehr Effizienz, weniger Flächenverbrauch und Umspannstationen. Ferner verursacht das Kabel keine Bodenaustrocknung und erzeugt keine magnetischen Felder. Dem gegenüber stehen die intrinsischen Kostenvorteile der Spannungsübertragung per Kupferkabel.

Das KIT begleitete den Versuch wissenschaftlich, Kabelhersteller Nexans lieferte das Supraleitungskabel und einen supraleitenden Kurzschluss-Strombegrenzer, Energieversorger RWE ist örtlicher Netzbetreiber. RWE Technikvorstand Dr. Joachim Schneider erklärte: »In Essen zeigen wir seit knapp zwei Jahren, wie die Energieversorgung von Großstädten in Zukunft aussehen kann. Das weltweite Interesse ist ungebrochen. Der IKU Innovationspreis ist eine weitere Bestätigung für unsere Arbeit«.