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Wo bleibt die Digitalisierung?: Smart-Meter-Roll-out stockt weiter

Weil Smart-Meter-Gateways immer noch nicht zertifiziert sind, kommt der Smart-Meter-Roll-out, ursprünglich als ein Kernelement der Energiewende gedacht, mal wieder ins Stocken.

Smart-Meter-Gateways – hier Typen von ppc – harren immer noch ihrer Zertifizierung Bildquelle: © ppc

Smart-Meter-Gateways – hier Typen von ppc – harren immer noch ihrer Zertifizierung

Etwa 88 Prozent der Haushalte in Deutschland sollen digitale Zähler erhalten. Der Austausch läuft bereits. Aber es dauert bis 2032.

Bis dahin sollen alle Haushalte alle Haushalte laut Bundesnetzagentur mit intelligenten Zählern und intelligenten Messsystemen (Samart-Meter-Gateways) ausgestattet sein. Das wurde schon in einem Eckpunktepapier des BMWi im Jahr 2015 angekündigt. Laut Bundesnetzagentur gab es 2016 rund 7 Millionen elektronische und gut 43 Millionen klassische Zähler.

Schon zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Eckpunktepapiers Anfang 2015, das auf der E-world in Essen damals das große Thema war, bemängelten Experten, dass der Roll-out zu langsam vorankäme. Der Kern des Papiers: Messpunkte, die über 6.000 kWh pro Jahr abnehmen, müssen erst ab 2021 mir den SMGW ausgestattet werden. 2017 sind zunächst Messpunkte dran, deren Verbrauch bei über 20.000 kWh pro Jahr liegt, 2019 folgen dann die Messpunkte mit über 10.000 kWh pro Jahr. »Das bedeutet eine weitere erhebliche Verzögerung – und kleine Stückzahlen, die den Aufwand für die jahrelange Entwicklung der Gateways entsprechend dem BSI-Schutzprofil kaum rechtfertigen«, so das Fazit Anfang 2015.

Das eigentliche Ziel: Netzstabilisierung für die Energiewende

Auch damals wäre es also reichlich spät gewesen, um das eigentliche Ziel des Roll-outs zu erreichen: Die Netze unter der Bedingung der zügigen Integration von erneuerbaren Energien zu stabilisieren und so die Netzausbaukosten zu senken. Doch es herrschte noch ein gewisser Optimismus:

Auf einer Pressekonferenz der Telekom auf der E-world 2015 erklärte Bernd Kowalski, Leiter »Sichere Elektronische Identitäten, Zertifizierung und Standardisierung« vom BSI: »Das Eckpunktepapier weist einen Weg, wie Messsysteme jetzt schnell in den Markt gebracht werden können, um Netzausbaukosten zu sparen und trotz der Einspeisung fluktuierender erneuerbarer Energien die Systemsicherheit zu wahren.«

 Bis zum heutigen Tage, also drei Jahre später, sind die intelligenten Messsysteme immer noch nicht zertifiziert. Und der Nutzen der intelligenten Zähler erschließt sich den Verbrauchern kaum, weil sie viel weniger können als Gateways und für ihn im Wesentlichen nur höhere Kosten bedeuten.