Sie sind hier: HomeThemenSmart UtilitiesEnergieverteilung

dena-Studie: Blockchain im Visier der Energiewirtschaft

28 Prozent von 300 befragten Energieunternehmen aus der DACH-Region testen z.Zt. aktiv den Einsatz von Blockchain, so eine aktuelle Studie der Deutschen Energieagentur dena.

Mit »Oracle Blockchain Cloud Service« können die Firmen nicht nur ihre eigenen Blockchain-Netze aufbauen, sondern sie auch schnell in Oracle SaaS und Third-Party-Anwendungen sowie in weitere Blockchain-Netze zu integrieren. Bildquelle: © Oracle

.

Der Peer-to-Peer-Handel steht dabei im Fokus des Interesses, d.h. wie Energiemarktteilnehmer ohne Umweg über Energieversorger, Börse oder Broker interagieren können. Hier sind 60 Prozent der Unternehmen aktiv. Dahinter folgen der E-Mobility-Bereich (34 Prozent) sowie Zertifizierung und Asset-Management mit 31 Prozent. Weitere Bereiche sind Stromgroßhandel, Marktkommunikation und Finance. 

»Das Ergebnis spiegelt einen der großen Vorteile der Blockchain in der Energiewirtschaft wider: Sie hat das Potenzial, energiewirtschaftliche Prozesse in nahezu allen Wertschöpfungsstufen zu optimieren und gleichzeitig die steigende Komplexität im dezentralen Energiesystem zu bewältigen«, sagt Prof. Dr. Jens Strüker, Direktor des Instituts für Energiewirtschaft (INEWI) der Hochschule Fresenius. Er ist einer der Fachgutachter der dena-Studie.

»Die Blockchain kann die Technologie sein, die die Vernetzung und Interaktion zwischen den Millionen von intelligenten, autonomen Geräten ermöglicht und kleinste Energieflüsse sowie Steuerungssignale zu sehr geringen Transaktionskosten sicher organisiert und nachhält. Transaktionen erfolgen in Sekundenschnelle und automatisiert direkt zwischen den Nutzern und es wird direkt in diesem Innenverhältnis abgerechnet.«

Die Grundlagen für einen flächendeckenden Bockchain-Einsatz sind aber noch nicht gegeben: „Ein wesentlicher Punkt ist dabei die Schaffung der technischen Voraussetzungen. Auf diesem Segment spielen die Kriterien Geschwindigkeit, Energieverbrauch, die Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Systemen, IT-Sicherheit und Zuverlässigkeit eine große Rolle“, so Strüker.

Die dena-Blockchainstudie Die Studie analysiert Anwendungsfälle für Blockchain im Energiesystem unter anderem hinsichtlich technologischer Reife, Wettbewerbssituation mit anderen Digitaltechnologien, betriebs- und volkswirtschaftlichen Nutzens, strategischen Mehrwerts und regulatorischen Umfelds. Daraus wurden Handlungsempfehlungen für Politik, Energiewirtschaft und Blockchain-Szene abgeleitet. 

Die Studie wurde gemeinsam mit folgenden Partnern realisiert: Alliander, BKW, cronos Unternehmensberatung, DKB, EnBW Energie Baden-Württemberg, EWE NETZ, General Electric, items, ista International, Mainova, Netz Lübeck, Pfalzwerke, Rheinische NETZGesellschaft, Siemens, Stadtwerke Leipzig, VERBUND. Fachgutachter sind Prof. Dr. Jens Strüker, Geschäftsführer, Institut für Energiewirtschaft (INEWI) der Hochschule Fresenius für den ökonomischen und technologischen Part und Dr. Ludwig Einhellig, Senior Manager & Head of Smart Grid, Deloitte für den regulatorischen Teil.

Der BlockchainSummit der Markt&Technik am 8. Mai 2019 in Nürnberg beleuchtet die Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie in der Anwendung für die Industrie.