Smart City Studie

Wenig konkrete Smart City-Projekte in Deutschland

17. Dezember 2019, 12:26 Uhr   |  Hagen Lang

Wenig konkrete Smart City-Projekte in Deutschland
© creativemarc-123rf

Als Schlagwort "in", in der Praxis in Deutschland Mangelware: Die Smart City.

Eine Studie des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU) und des BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH zeigt, dass „Smart City“ noch Schlagwort und kaum realisiertes Konzept ist. Die Studie gibt Verantwortlichen Handlungsempfehlungen.

58 Versorgungsunternehmen wurden befragt, in welchem Maße sie sich schon mit vier ausgewählten Anwendungsgebieten beschäftigen bzw. ob schon konkrete Projekte geplant oder umgesetzt werden. Diese Anwendungsgebiete sind „Adaptive Straßenbeleuchtung“, „Flexibilitätsnutzung und Smart Grid“, „Autonomer und intelligenter ÖPNV“ und „Intelligente Verkehrssteuerung und Parkraummanagement.

Nur 14 Prozent der Befragten haben bereits Projekte der „Adaptiven Straßenbeleuchtung“ begonnen umzusetzen oder abgeschlossen, bei der „Flexibilitätsnutzung und Smart Grid“ sind es 13 Prozent und fünf Prozent bei der „Intelligenten Verkehrssteuerung/ Parkraummanagement“. Autonomen und intelligenten ÖPNV“ gibt es bislang nicht.

In der Planung ist letzterer immerhin bei 17 Prozent, die „Intelligente Verkehrssteuerung/Parkraummanagement“ bei 29 Prozent, während Straßenbeleuchtung und Smart Grid nur bei acht bzw. sieben Prozent der Befragten im Planungsstadium sind. Über alle Aktivitäten laufen aber bei 40 bis 50 Prozent der Befragten interne Diskussionen, während je nach Thema bei einem Viertel bis zu 39 Prozent der Befragten noch keinerlei Aktivitäten entwickelt wurden.

Die Studie schlägt Verantwortlichen vor, nur Projekte mit klar erkennbarem und kommunizierbarem Nutzen anzugehen, wobei alle Stakeholder frühzeitig involviert werden sollten. Durch gute Organisation und geeignete Kooperationen könnten auch kleine Kommunen und Stadtwerke alle benötigten Kompetenzen bereitstellen. Der notwendige Lernprozess könnte durch die Vernetzung mit anderen Smart-City-Akteuren und -Experimenten sehr effektiv beschleunigt werden.

Erfolgreiche Projekte begännen nicht mit einem umfangreichen Masterplan, sondern stützen sich auf eine methodisch sauber entwickelte, individuelle Smart-City-Vision und klare Prioritäten sowie die Bereitschaft zum schnellen Start, zum agilen Handeln und zur kontinuierlichen Verbesserung.

Zur Technik weist die Studie darauf hin, dass Datenschutzbelange Priorität haben müssen, offene und standardisierte Schnittstellen Zukunftssicherheit bieten und LoRaWAN als Kommunikationstechnologie zwar verbreitet ist, aber nicht alle Anwendungen ermöglicht. Deshalb garantiere nur eine geeignete Kombination verschiedener Kommunikationstechnologien eine breite Palette von Anwendungen.

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