Studie der Uni Duisburg-Essen

Wie stark sind deutsche Wärmenetze digitalisiert?

Duisburg digitales Wärmenetz
In Duisburg werden Rohre fürs digitale Wärmenetz verlegt.
© LTE

Was die Strombranche kann, geht auch bei der Wärme: dezentralisierte Erzeugung und digitalisiertes Bereitstellen von Energie. Der Lehrstuhl Energietechnik an der Uni Duisburg-Essen hat nun untersucht, wie sehr Wärmenetze in Deutschland im digitalen Umbruch sind.

In der vom Lehrstuhl Energietechnik (LET) der Universität Duisburg-Essen (UDE) durchgeführten Studie wurden 46 Fernwärmeversorger aus dreizehn Bundesländern befragt. Über die Hälfte sieht die Wärmeverluste im Netzbetrieb als größtes Problem, viele klagen über undichte Stellen oder Probleme in der Hydraulik und beim Druck. »Vieles könnte über den Einsatz von digitaler Software schneller behoben werden«, so Jürgen Roes vom Dr. Jürgen Roes vom LET der UDE.

In Ansätzen verfolgen knapp 80 Prozent der befragten Unternehmen den digitalen Weg. Sie bilden ihr Netz mit Software-Tools nach. Allerdings simulierten nur zwölf von ihnen regelmäßig den Netzbetrieb, eine nicht zu unterschätzende Zahl gar nicht. Simulation mit einem digitalen Zwilling mache den Zustand jedoch verständlicher. Damit lassen sich unter anderem Wärme- und Druckverluste abbilden und der Netzbetrieb optimieren.  

In Deutschland setzen große Netzbetreiber inzwischen vermehrt auf erneuerbare Energien. Das ist eine Herausforderung, denn sie können nicht immer regelmäßig eingespeist werden. Wenn beispielsweise die Sonne nicht scheint, liefern auch Solarthermieanlagen keine Wärme. Damit kommt es zu unvermeidbaren saisonalen Schwankungen in der erneuerbaren Erzeugung. Wie sie sich auf die Effizienz auswirken, kann etwa durch die Betriebssimulationen abgebildet werden.

Die Bereitschaft, in die Digitalisierung zu investieren, hängt besondere davon ab, was die Versorger über den Netzzustand wissen möchten. Die Investitionsbereitschaft sei vor allem bei Unternehmen hoch, die insgesamt digitaler aufgestellt sind. Dabei sei es auch betriebswirtschaftlich wichtig, mehr vom eigenen Wärmenetz zu kennen. Denn: Je mehr Messstellen es im Netz gibt, desto kürzer sind die benötigten Wartungs- oder Reaktionszeiten bei Ausfällen und desto zufriedener die Kundschaft.


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