Neue EU-Normen für LED-Stromversorgungen

Die richtigen Netzteile und Informationen sind entscheidend!

04. Juni 2014, 13:13 Uhr   |  Karin Zühlke

Die richtigen Netzteile und Informationen sind entscheidend!
© Schukat

Uwe Daro, Schukat: »Hinzu kommt, dass die Gerätehersteller ein geringeres Volumen und Gewicht von den Stromversorgungs-Zulieferern verlangen, zusätzlich zur besseren Effizienz.«

Neue Normen wie die EU-Verordnung 1194/2012 zur Durchführung der ErP/Ökodesign-Richtlinie (2009/125/EG) untermauern die Bedeutung der Energieeffizienz in der Beleuchtungstechnik aus rechtlicher Sicht. Was es zu beachten gibt und wo die Herausforderungen liegen schildert Uwe Daro, Produktmanager Power Supplies von Schukat.

Die 1194/2012 gibt für fast alle LED-Lampen und -Leuchten genaue Regeln zu Umweltfreundlichkeit, Qualität und Kennzeichnung vor. Zur Realisierung definiert die Verordnung verbindliche Mindestanforderungen für das Inverkehrbringen elektrischer Leuchtmittel in der EU. Sie gelten auch dann, wenn die Leuchtmittel in andere Produkte eingebaut sind. Wer die Verordnung überfliegt, könnte meinen, nur die Hersteller von LED-Lampen und Leuchten seien von der Verordnung betroffen. Aber hinter den »dazugehörenden Geräten« verbirgt sich mit den LED-Schaltnetzteilen eine der Schlüsseltechnologien.

Mit einer Wachstumsrate von mehr als 20 Prozent gehören LED-Treiber zu den Shooting Stars der Branche. Und weil die Verordnung auch die Inverkehrbringer einbezieht, sind nicht nur die Hersteller, sondern auch die Vertriebspartner der Hersteller davon betroffen. Als offizieller MeanWell-Distributor in Deutschland betreibt Schukat seit 1995 mit rund 200.000 Stromversorgungen eines der größten Lager Europas für Schaltnetzteile, DC/DC- und AC/DC-Wandler. Zusätzlich hat Schukat weitere Geräte anderer Hersteller wie Recom, Phihong und HN Power im Programm.

Wer ist von der 1194/2012/EG betroffen?

»Unabhängig vom Hersteller sind alle gleich von der 1194/2012/EG-Verordnung betroffen«, so Daro. Denn sie gilt für Lampen mit gebündeltem Licht, für LED-Lampen und für Geräte, die zur Installation zwischen dem Netz und den Lampen ausgelegt sind, inklusive Betriebsgeräte für Lampen, Steuergeräte und Leuchten. Ausgenommen von der Verordnung sind Vorschaltgeräte und Leuchten für Leuchtstofflampen und Hochdruckentladungslampen. Das gilt auch, wenn diese in andere Produkte integriert sind.

Die Verordnung lässt sich in drei Hauptforderungen unterteilen: Anforderungen an die Energieeffizienz, an die Betriebseigenschaften und an die Produktinformationen. Sie treten in drei Etappen (1.9.2013 / 1.9.2014 / 1.9.2016) in Kraft. Als nächstes regelt die Stufe 2 die Leerlaufleistung eines Betriebsgeräts für Lampen, das für den Einsatz zwischen dem Netz und Leuchte und dem Schalter für das Ein- und Ausschalten der Lampenlast bestimmt ist – sie muss unter 1,0 W bleiben. Ab der Stufe 3 liegt der Grenzwert bei 0,50 W. Für Betriebsgeräte für Lampen mit einer Ausgangsleistung von größer als 250 W gilt die Regel: max. Leerlaufleistung = Ausgangsleistung/250. Neu ist auch, dass die Zündzeit (die Zeit, die die Lampe nach Anlegen der Versorgungsspannung benötigt, um stabil zu leuchten) von LED-Lampen mit ungebündeltem und gebündeltem Licht 0,5 s nicht überschreiten darf. »Wichtig ist«, so Daro, »die Richtlinien so zeitig wie möglich mit den Kunden zu besprechen. Der Leuchtenhersteller muss sich mit den neuen Vorgaben vertraut machen, damit er die Auswahl des Netzteils treffen kann. Es müssen nicht überall die Netzteile gewechselt werden, sondern das ist von Fall zu Fall zu entscheiden.« Zum Beispiel geht es bei der Forderung zur Leerlaufleistung nur um Netzteile, die zwischen Netz und Schalter liegen - also sekundär geschaltet werden. Netzteile die primär - also netzseitig - abgeschaltet werden, betrifft diese Forderung zur Leerlaufleistung nicht, weil sie in diesem Fall abgeschaltet sind. Hier kommt dann jedoch die Zündzeit beim Einschalten zum Tragen. »Wir müssen dafür sorgen, dass die richtigen Netzteile, aber auch die richtigen Informationen für den Kunden vor dem Stichtag verfügbar sind. In den meisten Fällen ändert sich nichts. Wo jedoch die Betroffenheit vorliegt, müssen wir mit dem Kunden eine Lösung finden.«

Längst sind die Anforderungen bei den Herstellern kommuniziert. Sie arbeiten an der Entwicklung neuer Serien, die die Ökodesignanforderungen erfüllen. Eine Vorreiterrolle nimmt laut Daro der taiwanesische Hersteller MeanWell mit seiner Qualitätsphilosophie ein. Wo möglich, setzt der Hersteller alle Forderungen zur neuen ErP um. Somit wird die neue NPF-Serie die in der Werbetechnik sehr beliebte LPF-Serie ersetzen und schon bald verfügbar sein. Die preiswerte PLM-Serie (12-40 W) ist bereits in der Serienproduktion, und die Lager werden in Kürze gefüllt sein.

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1. Die richtigen Netzteile und Informationen sind entscheidend!
2. Bestehende Designs werden angepasst

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