Sorge

Britische Hightech-Branche fürchtet »Brexit«

23. März 2016, 12:18 Uhr   |  Hagen Lang

Britische Hightech-Branche fürchtet »Brexit«
© IVAM

Der Mehrheit der britischen High-Tech-Unternehmen ist beim Gedanken an den Brexit nicht wohl.

Die britische Mikro- und Nanotechnologiebranche fürchtet den »Brexit«, den Austritt Großbritanniens aus der europäischen Wirtschaftsunion. Das ergab eine Umfrage des IVAM, eines internationalen Fachverbandes für Unternehmen und Institute der Mikrotechnik, Nanotechnologie, Neue Materialien, MEMS und Optik.

Im Rahmen seiner Wirtschaftsdatenerhebung IVAM Survey 2016 hat der internationale Verband für Mikro- und Nanotechnologieunternehmen seine Mitglieder in Europa befragt, welche Auswirkungen sie durch einen Austritt Großbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt erwarten.

Die nicht-britischen Unternehmen befürchten mehrheitlich keine negativen Auswirkungen durch einen Brexit auf ihr Geschäft. Anders die Einschätzung britischer Firmen: 70 Prozent befürchten, dass sich ein Austritt negativ auf ihr Geschäft, bzw. ihre Forschungsleistung auswirkt. Negative Auswirkungen des Brexit werden vor allem für die Innovationsleistung und die internationale Zusammenarbeit erwartet. Als Nicht-EU-Mitglied hätte das Land bei den Neuverhandlungen der Handelsbedingungen mit der EU zudem schlechte Karten, glauben die befragten Unternehmen.

Möglich wäre auch, dass ein Austritt die inner-britannischen Auseinandersetzungen wieder aufleben lässt und Schottland einen erneuten Anlauf zur Unabhängigkeit nimmt um danach allein der EU beizutreten. Die wirtschaftliche Zukunft Großbritanniens wäre nach einem Austritt nicht perspektivlos, aber sehr unsicher.

Zwar denken nur 14 Prozent der Befragten Briten, dass UK keine guten Aussichten hätte, außerhalb der EU vorteilhafte Handelsvereinbarungen zu erzielen. Die hier genannte Organisation Commonwealth und die »freundschaftlich verbundenen« USA wissen jedoch noch nichts von ihrem »Glück« als britischem EU-Ersatz, bzw. wollen von einer stärkeren Verbindung mit Großbritannien nichts wissen. So riet etwa der ehemalige stellvertretende Ministerpräsident Australiens kürzlich im konservativen Daily Telegraph den Briten vom EU-Austritt ab und verneinte einen Wunsch Australiens, stärker mit der ehemaligen Kolonialmacht zu fusionieren.

Befragte aus Kontinentaleuropa befürchten durch einen Brexit das Erstarken europakritischer Bewegungen und neuen Wind für die Forderung nach Sonderregelungen weiterer Mitgliedsstaaten, wodurch die Gefahr eines Zerfalls des Resteuropas weiter steige.

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