Green Factory 2.0 der Alois Müller GmbH

Das weltweit größte (fast) energieautarke Produktionsgebäude

12. Juli 2017, 16:15 Uhr | Hagen Lang
Spatenstich
Beim offiziellen Spatenstich, von links: Firmengründer Alois Müller, Landtagsabgeordneter Klaus Holetschek, Ungerhausens Bürgermeister Josef Fickler, Wirtschaftsstaatssekretär Franz Pschierer, Geschäftsführer Andreas Müller mit seinen Söhnen Louis und Max August, Geschäftsführer Steffen Müller, CSU-Politiker Josef Miller und Wolfgang Dorn, Geschäftsführer des Bauunternehmens Josef Hebel. Foto: Ingo Jensen/Alois Müller
© Ingo Jensen/Alois Müller

Die Heizungs- und Anlagenbauer Alois Müller GmbH errichtet im Unterallgäu in Ungerhausen das weltweit größte nahezu energieautarke Produktions- und Bürogebäude, in dem künftig vor allem Energiemodulsysteme und versorgungstechnische Anlagenbaukomponenten hergestellt werden.

Der vom Freistaat Bayern und der EU im Rahmen des Regionalen Entwicklungsfonds geförderte Bau der Green Factory 2.0 umfasst die Erweiterung der 4.000 m2 großen Green Factory des Unternehmens um 10.000 m2 Produktions- und Lagerflächen sowie den Bau von 4.000 m2 Räumlichkeiten für Büro, Verwaltung, Schulung und Kantine.    

»Wir haben vor fünf Jahren die erste Green Factory gebaut, um den Grad der Vorfertigung deutlich zu erhöhen, weil wir dadurch die Prozesssicherheit erhöhen und unseren Kunden eine deutlich höhere Qualität anbieten können«, sagt Geschäftsführer Alois Müller. Jetzt müsse man »den nächsten Schritt machen«, so Müller, um »diesen Wachstumsmarkt auch in Zukunft bedienen« zu können. »Dazu müssen wir selbst weiter wachsen.«

Die neue Green Factory 2.0 wird beinahe ausschließlich über eine 1,1 MW-Photovoltaikanlage mit regenerativer Sonnenenergie versorgt. Die rund 10.000 m2 große Anlage stellt 90 Prozent der benötigten Energie für Strom, Kälte, Wärme und Druckluft bereit. Die letzten zehn Prozent deckt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ab. Die Energiekosten und der CO2-Ausstoß sinken damit auf null. Integriert in das Energiekonzept ist auch eine 200- kW-Pelletheizanlage. 

Herzstück der »Green Factory 2.0« ist die neue Energiezentrale, die das Energiemanagement des Werks in Ungerhausen steuert. Das Energiemanagementsystem kommt von der E-Con AG, Spezialisten für Energieconsulting und -contracting. Überschüssige Kälte- und Wärmeenergie gelangt in ein gemeinsames Netz des Gewerbegebietes Ungerhausen, sodass benachbarte Firmen mitversorgt werden. Erzeugter, in der Green Factory nicht benötigter Strom, wird in das allgemeine Stromnetz eingespeist und vergütet.

Das A und O ist der Anlage ist das Energiemanagementsystem. Ein intelligentes Stromnetz überwacht laufend den Stromverbrauch der Maschinen und steuert die Einschaltzeiten der Anlagen so, dass Belastungsspitzen vermieden werden. Damit der Green Factory und ihren Maschinen zu jeder Zeit Energie zur Verfügung steht, werden große Pufferspeicher installiert. In ihnen wird Energie für Wärme, Kälte und Druckluft sowie Strom gespeichert. Bei Bedarf fließen diese „Reserven“ dann in das Energie-Netz der Green Factory, zum Beispiel bei besonders hoher Produktionsbelastung oder an Tagen, an denen die Sonne nicht scheint. 

Sämtliche Anlagen sind mit so genannten intelligenten Sensoren ausgestattet, die Störungen automatisch melden. Durch die Vernetzung der gesamten Anlagentechnik können zentral sämtliche Parameter verändert, Störungen zentral erkannt und Wartungsabläufe vollautomatisch gestartet werden. Alle Daten werden digital erfasst und können sofort weiterverarbeitet werden.

»Durch die volldigitale Gebäudetechnologie verkürzen sich Reaktions- und Ausfallzeiten. Und je eher man auf Probleme reagieren kann, desto geringer ist das Schadens- und Kostenrisiko«, erklärt Andreas Müller.    

Auch an die Elektromobilität wurde gedacht. Acht Ladestationen für Elektrofahrzeuge entstehen auf dem Gelände, die von jedermann frei genutzt werden können. Zwei davon sind so genannte Schnell-Charger mit jeweils 120 kWh, die die Akku-Ladezeit auf 20 Minuten verkürzen. Bereits im Frühjahr 2018 soll die neue Fabrik in Betrieb gehen.  

 

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