Interoperabilität für das IoT

EEBus und Open Connectivity Foundation (OCF) kooperieren

13. März 2016, 13:02 Uhr | Hagen Lang
Peter Kellendonk
Technische Interoperabilität sieht Peter Kellendonk als Schlüssel für ein offenes Internet of Things, das allen Herstellern und Dienstleistern Zugangschancen bietet.
© Kellendonk Elektronik GmbH

Die EEBus Initiative e.V. kooperiert mit der Unternehmensinitiative Open Connectivity Foundation (OCF). Peter Kellendonk, 1. Vorsitzender der EEBus Initiative erklärt Zielrichtung und Chancen des EEBus-Datenmodells für das Internet of Things (IoT).

Die OCF entstand aus dem Open Interconnect Consortiums (OIC), mit Mitgliedern wie Intel, Samsung, GE etc. und Unternehmen welche bisher nur in der Allseen Alliance aktiv waren: Microsoft, Qualcomm und Electrolux. Des Weiteren führt OCF die Aktivitäten des Universal Plug and Play (UPnP)-Forums fort.

Energie&Technik: Herr Kellendonk, die EEBus Initiative und die amerikanische Open Connectivity Foundation (OCF) haben auf dem Mobile World Congress in Barcelona erstmals die Interoperabilität des OCF-Konnektivitätskonzeptes und des EEBus Datenmodells live mit Geräten demonstriert. Wird hier ein neues Niveau des „Internet of Things“ sichtbar?

Peter Kellendonk: Aktuell entsteht erstmals eine Konvergenz am Markt und der EEBus ist mit seinem Datenmodell vertreten. Wenn wie in Barcelona Devices unterschiedlicher Hersteller miteinander kommunizieren, ist das Internet of Things in Reinkultur. Man muss sich der Bedeutung der Frage bewusst sein, wer über die Daten im IoT entscheidet, die zwischen den Devices und auch mit möglichen Dienstleistern ausgetauscht werden. Hier gibt es unterschiedliche Ansätze.

Einmal können die „Provider“ wie Google über diese bestimmen und sie nutzen. Mit der Entscheidung ist auch meist eine Nutzungshoheit über die anfallenden Daten verbunden. Es können andererseits große Herstellerverbände wie EEBus und die OCF diese Technologien gemeinsam beschließen. Dadurch gewährleisten wir nicht nur die Interoperabilität zwischen den Geräten, sondern auch eine Offenheit für Geschäftsmodelle der Dienstleister, die diese Daten nutzen könnten, etwa aus den Bereichen Energie oder Security. Erst im Februar sind Intel, Qualcomm und Microsoft der OCF beigetreten und der Entertainment-Bereich ist in der OCF ebenfalls stark vertreten. Wir schaffen die technologische Basis, auf der sich neue Use-Cases entwickeln, deren Adressierung allen Anbietern offensteht.

Wenn Geschäftsmodelle sich einstellen sollen, beispielsweise im Bereich Energie, ist es notwendig, dass die Datenübertragung hinsichtlich der weiteren Nutzung offen bleibt. Signalisiert eine Wärmepumpe, ich brauche 2 kW Leistung, ist das eine Information, die für Dienstleister wie Energielieferanten oder Betreiber von virtuellen Kraftwerken interessant ist. In der diskriminierungsfreien Möglichkeit zur Bereitstellung solcher Daten mittels EEBus-Ansatz liegt ein echter Nutzen.

Energie&Technik: Erhalten Sie diese Resonanz auch aus der Industrie?

Peter Kellendonk: Seit dem letzten „Plugfest“ des EEBus, auf dem über ein Dutzend Hersteller ihre Geräte über das EEBus-Datenmodell miteinander kommunizieren ließen, haben sich weitere große Firmen dem EEBus angeschlossen, etwa Viessmann, Danfoss oder der Smart Home Lieferant eQ-3. Auf dem nächsten Plugfest wird dann auch der Automotive-Bereich vertreten sein, der in Form des Verbandes der deutschen Automobilindustrie VDA seit Herbst der EEBus Initiative beigetreten ist. Die Resonanz ist riesig, wir sind aktuell mit zahlreichen weiteren Herstellern und Verbänden im Gespräch.

Es geht darum, dass man durch Konnektivität die Voraussetzungen für Geschäftsmodelle schafft. Der nicht regulierte Bereich des Energiemanagements ist beispielsweise für Verwalter großer Liegenschaften sehr interessant. Erst durch die Interoperabilität der Geräte, rücken solche Modelle in den Bereich des Möglichen. Welche Daten mit anderen Firmen geteilt werden, bestimmt bei der EEBus-Initiative die Mehrheit der Mitglieder. Die Daten, sofern sie anfallen, sind zunächst im „Besitz“ der Kunden, bzw. Gerätehersteller und nicht eines Providers oder Cloudanbieters, der ein exklusives Nutzungsrecht beansprucht. Nochmals: Die Datenhoheit verbleibt beim Gerätehersteller.

Energie&Technik: „Security“ wird ein großes Thema des IoT, wie geht der EEBus damit um?

Peter Kellendonk: Wir verwenden State-of-the-Art-Verschlüsselungstechnologien. Was andere Firmen dann mit den Daten machen, oder zu welcher Weiterverarbeitung ihrer Daten sich Kunden vertraglich bereit erklären, liegt nicht in unserem Einflussbereich. Wenn ein Stromlieferant Kunden Strom verbilligt anbietet, sofern sie ihm ihre Verbrauchsdaten für vertriebliche Zwecke überlassen, hier mischen wir uns nicht ein.

Die wichtige Botschaft der OCF-Kooperation des EEBus lautet: Wir halten das Internet of Things offen. Der EEBus gibt allen Marken und Herstellern die Chance, am IoT zu partizipieren.

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