Li-Ionen-Batterien im Outdoor-Gehäuse von Rittal

Stromspeicher aus alten Autobatterien

28. September 2012, 16:21 Uhr | Heinz Arnold
Staatssekretär Rainer Bomba (l.) und Dr. Julian Weber, Leiter Innovationsprojekte der BMW Group, vor dem Outdoor-Schrank von Rittal, in dem die Li-Ionen-Batterien für das Effizienzhaus Plus untergebracht sind.
Staatssekretär Rainer Bomba (l.) und Dr. Julian Weber, Leiter Innovationsprojekte der BMW Group, vor dem Outdoor-Schrank von Rittal, in dem die Li-Ionen-Batterien für das Effizienzhaus Plus untergebracht sind.
© Quelle Rittal GmbH & Co. KG

Das Effizienzhaus Plus in Berlin erzeugt mehr Energie als es verbraucht. Was nicht verbraucht wird, speichert das Wohn-Kraftwerk in gebrauchten Fahrzeugbatterien, die aus dem Elektro-Mini von BMW stammen.

Die 40-kW-Lithium-Ionen-Batterien sind im robusten Outdoor-Gehäuse aus der CS Toptec-Serie von Rittal sicher untergebracht. Das ist ein wichtiger Aspekt, denn Akkus sind aus Sicht des Brandschutzes nicht unproblematisch. »Die installierte Leistung entspricht 7280 Laptop-Akkus«, rechnet Kurt Speelmanns, Referatsleiter des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung mit Sitz in Bonn, vor.
Mit dem Speicher aus gebrauchten Li-Ionen-Batterien soll vor allem untersucht werden, wie lange sich ausgediente Autobatterien in ihrem »zweiten Leben«  noch effektiv nutzen lassen.

Das Gehäuse von Rittal integriert neben den gebrauchten Autobatterien weitere Steuerungs- und Kommunikationstechnik sowie drei Batteriewechselrichter. Sie haben die Aufgabe, die Batterien dann zu laden, wenn die solare Erzeugung höher ist, als der Verbrauch. Im umgekehrten Fall übernehmen die Batterien die dreiphasige Versorgung. Übersteigt die Stromgewinnung den eigenen Bedarf, so lädt das System zunächst die Batterien der zwei Elektro-Autos, erst dann speist es den Strom ins Netz ein.

Damit der Speicher während heißer Sommermonate sowie bei hoher Verlustleistung noch zuverlässig arbeiten kann, verfügt das doppeltürige CS Toptec-Gehäuse zur Kühlung über zwei Luft-Luft-Wärmetauscher. Zudem sorgt ein doppelwandiger Gehäuseaufbau mit Luftschlitzen oben und unten für einen Kamineffekt, so dass bei Sonneneinstrahlung ständig kühle Luft von Bodennähe nach oben gesogen wird.

Im Inneren des Effizienzhaus Plus sorgt ausgefeilte Gebäudeleit- und Klimatisierungstechnik dafür, den Energiebedarf so gering wie möglich zu halten. Eine rund 160 Quadratmeter große Solaranlage – verteilt auf dem Dach und den Fassadenflächen – erzeugt pro Jahr 16.000 KWh Energie.

 »Dieses Haus ist mit dem Modernsten vom Modernen ausgestattet – und das haben wir noch kombiniert mit Elektromobilität«, betonte Bundesbaustaatssekretär Rainer Bomba anlässlich der Übergabe von zwei BMW-Elektrofahrzeugen an die im Gebäude wohnende Familie.


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