»Intelligente« Stromnetze

Die funkende Trafostation

13. Juli 2012, 10:48 Uhr | Nora Crocoll und Alex Homburg
Welotec funkende Trafostation
© Welotec

Das Smart Grid ist in aller Munde, doch weniger oft hört man von »Smart Components«, ohne die sich ein Smart Grid nicht realisieren lässt. Hier können auch scheinbar kleine Komponenten wie Datenfunk-Router eine wichtige Rolle spielen.

Welotec
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Der Begriff »Smart Grid« ist unscharf definiert und wird somit ganz unterschiedlich verwendet. So bezeichnet man Themen, die eigentlich den »Smart Market« betreffen, mit »Smart Grid« und umgekehrt. Eine vereinfachte Definition könnte lauten: Beim Grid (also dem Netz) hat man es mit Netzkapazitäten (kW) oder nutzbaren Leitungsquerschnitten zu tun, während der Schwerpunkt des Smart-Marktes auf den bereitgestellten Energiemengen (kWh) liegt, die entsprechende Anlagen wandeln.

Der umfangreiche Bereich Netzwerkinfrastruktur zum Transport der Energie fällt demnach eindeutig unter den Begriff Smart-Grid. Immer wieder heißt es, die Stromnetze seien den heutigen Anforderungen nicht gewachsen und müssten ausgebaut werden. Üblicherweise geht es dann um mehr Überlandleitungen, mehr oder größere Trafostationen, usw. Dabei ist oft gar nicht das bestehende Stromnetz das Problem, sondern die mangelnde »Intelligenz« der Netze.

Beim Netzaufbau wurden Trafostationen ursprünglich unabhängig voneinander so aufgebaut, dass sie jeweils einen Straßenzug, einen Ort oder Ähnliches versorgen können. Wachstum samt dem nötigen Puffer wurde eingeplant. Heute hat sich die Situation gewandelt: Netze, die für die unidirektionale Übertragung von Energie ausgelegt waren, werden nun bidirektional genutzt.

Ein klassisches Beispiel sind Photovoltaikanlagen auf Privathäusern, die ihre gewandelte Energie ins Netz einspeisen. Diese sind gerade im ländlichen Raum immer öfter und in großen Dimensionen anzutreffen. Künftig wird sich die Situation wohl so verändern, dass der ländliche Raum (zu bestimmten Stoßzeiten) verstärkt einen Energieüberschuss erzielt, während gerade in Städten große Energiemengen gebraucht werden.

Da die einzelnen Netzbereiche bislang aber nicht miteinander kommunizieren, ja nicht einmal die exakten Mengen benötigter, vorhandener oder überschüssiger Energie kennen, ist eine Umverteilung nahezu unmöglich. Das traurige Ergebnis sah so aus, dass 2011 viele Gigawatt umweltfreundlicher Energie ins Leere liefen, da die Netzbetreiber zum Schutz ihrer Netze vor Überlastung die produzierte Energie nicht oder nur teilweise abnehmen konnten.


  1. Die funkende Trafostation
  2. »Intelligenz« überall
  3. Die Luftschnittstelle

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